Uploadfilter: YouTube warnt bei Urheberrechtsverstößen

YouTube warnt Video-Produzenten künftig vor möglichen Urheberrechtsverstößen, noch bevor ihr Video online geht. Das verhindert langwierige Auseinandersetzungen.

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YouTube Checks prüft Videos auf Urheberrechtsverletzungen.

(Bild: YouTube)

Von
  • Daniel Berger

Ein großer Feind von Youtubern ist das Urheberrecht: Verletzt nämlich ein Video die Rechte von Dritten, droht ein finanzieller Verlust – YouTube zahlt dann keine Werbegelder aus. Um den Content-Lieferanten zu helfen, hat die Videoplattform ein neues Tool veröffentlicht. "Checks" prüft innerhalb von YouTube Studio bereits vor einer Veröffentlichung, ob ein Video urheberrechtlich geschützte Teile enthält. Dieser neue Schritt soll helfen, die Anzahl hochgeladener Videos mit Copyright-Ansprüchen zu minimieren.

Bislang luden viele Youtuber ihre Filme hoch und hofften auf das Beste. Im schlimmsten Fall kam es jedoch zu einem "Takedown", ausgelöst durch einen Urheberrechtsinhaber. Sie können auch die Werbegelder verlangen, die eigentlich den Youtubern zustehen. Ein gelbes Icon markiert betroffene Videos. Genau die sollen künftig vermieden werden, hofft YouTube. Das neue Tool setzt ein System namens Content ID ein, um Videos zu prüfen und etwaige Urheberrechtsverstöße zu finden. Wird das System in einem Video fündig, erhält der Rechteinhaber einen Hinweis. Details zu "Checks" sind auf einer Support-Seite beschrieben.

Die Prüfung durch "Checks" dauert üblicherweise drei Minuten, anschließend informiert es über mögliche Probleme. Youtuber können dann die beanstandeten Teile im Video entfernen oder verändern. Die ergänzende Prüfung, ob ein Video auch für eine Monetarisierung infrage kommt, dauert einige Minuten länger. Nur Videos, die den "Richtlinien für werbefreundliche Inhalte" entsprechen, können Einnahmen generieren. Wird in einem Video beispielsweise viel und derbe geschimpft, ist es für Werbung ungeeignet. "Vereinzelte vulgäre Ausdrücke" können aber in Ordnung gehen.

Der vergleichsweise schnelle Check soll langwierige Auseinandersetzungen zwischen Rechteinhabern und Youtubern verhindern. Nutzer können gegen die Entscheidung von "Checks" auch Widerspruch einlegen – allerdings kann es einige Tage bis zur Klärung dauern. Es besteht die Möglichkeit, Videos sofort zu veröffentlichen, während die Nutzer auf eine finale Entscheidung warten. Sollte der Ersteller tatsächlich keine urheberrechtlich geschützten Inhalte verwendet haben, zahlt YouTube alle Werbeeinnahmen aus, die in der Wartezeit erwirtschaftet wurden. Andernfalls geht das Geld an den Rechteinhaber.

(dbe)