VW-Holding Porsche SE investiert in Raketen-Start-up Isar Aerospace

Die Trägerrakete "Spectrum" von Isar Aerospace könnte im wichtiger werdenden Geschäft mit dem Transport von Kleinsatelliten ins All eine lohnende Rolle spielen.

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Spectrum, die Trägerrakete von Isar Aerospace.

(Bild: Isar Aerospace)

Von
  • Oliver Bünte

Porsche SE, die Holding-Gesellschaft von Volkswagen, hat sich einer Finanzierungsrunde am Münchner Raketen-Start-up Isar Aerospace mit einem Volumen von 75 Millionen US-Dollar angeschlossen. Wie Porsche SE am Mittwoch mitteilte, liege die eigene Beteiligung "im niedrigen einstelligen Prozentbereich".

Lutz Meschke, Verantwortlicher für das Vorstandressort „Beteiligungsgesellschaft“ bei Porsche SE, sieht das Engagement als lohnende Investition an. Als Investor habe man einen Fokus auf Mobilitäts- und Industrietechnologien. Der "kostengünstige und flexible Zugang zum Weltall" werde "für Innovationen in vielen Industriebereichen sorgen". Die schnelle Entwicklung des Unternehmens sei beeindruckend. "Mit Isar Aerospace investieren wir in ein Unternehmen, das beste Voraussetzungen hat, sich als führender europäischer Hersteller von Trägerraketen zu etablieren", begründete Meschke den Schritt.

Neben Porsche SE sind auch HV Capital, Airbus Ventures, Earlybird Venture Capital und Lakestar beteiligt, die bereits vorher in Isar Aerospace investiert hatten. Bislang steckten die Investoren insgesamt 180 Millionen Dollar in das Unternehmen. Neu dabei ist Lombard Odier, eine Schweizer Bankengruppe.

Isar Aerospace entwickelt mit der "Spectrum"-Trägerrakete eine Transportmöglichkeit von Kleinsatelliten ins Weltall. Die Kosten sollen dabei gering ausfallen, weil viele Abläufe automatisiert ablaufen. Auch sei der Transport flexibler möglich als bei herkömmlichen Systemen wie. Der erste Start einer "Spectrum"-Rakete ist für 2022 geplant.

Porsche SE erwartet im Geschäft mit Kleinsatelliten und den daraus erwachsenden Geschäftsmodellen in den nächsten Jahren einen starken Schub. Es werde eine hohe Nachfrage geben, die bestehende Raketenkapazitäten nicht befriedigen können. Nach Ansicht von Porsche SE seien diese auch "zu teuer bzw. zu unflexibel". Isar Aerospace, das im Mai 2021 den "Mikrolauncher-Wettbewerb" der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gewonnen hatte, könnte mit seiner Transportrakete neben anderen in diese Lücke springen.

(olb)