Streit mit Epic: Valve muss Steam-Verkaufsdaten an Apple herausgeben

Apple will mit den Daten Monopolvorwürfe von Epic Games entkräften. Ein Richter hat das nun zugelassen, Apple habe mit Verfügungen aber "den Boden versalzen".

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 247 Beiträge

Der Spiele-Store Steam führt nur PC-Games.

Von
  • Leo Becker

Ein US-Gericht hat Apples Anordnung stattgegeben, die die Spielfirma Valve zur Herausgaben von Verkaufsdaten der Plattform Steam zwingt. Die am Rechtsstreit zwischen Epic Games und Apple unbeteiligte Firma muss nun Verkaufszahlen, Preise und weitere Informationen zu 436 auf Steam vertriebenen Spielen an Apple übermitteln – bis Mitte März. Die Daten sollen bis zurück zum Jahr 2017 reichen, etwas weniger weit als von Apple ursprünglich gefordert zurück bis 2015.

Apple hat die Daten angefordert, um Monopolvorwürfe rund um den App Store im Rechtsstreit mit Epic Games zu entkräften – sie sollen zeigen, dass es erheblichen Wettbewerb beim Vertrieb von Apps gibt. Valve lieferte offenbar bereits einzelne, teils geschwärzte Dokumente an Apple, lehnte eine weitere Bereitstellung von Daten aber als zu mühsam und arbeitsaufwändig ab.

Apple habe mit seinen "Zwangsanordnungen den Boden versalzen", Valve sei davon nicht allein betroffen, merkte der zuständige Richter eines US-Bundesgerichtes (Northern District of California Oakland Division) gegenüber Valves Anwälten an, wie Law360 berichtet. Der Richter schloss sich aber Apples Argumentation an, dass die Steam-Verkaufsdaten zum besseren Verständnis des Spielemarktes und des Software-Vertriebes über digitale Plattformen relevant sind.

Ein Apple-Anwalt hatte dem Bericht zufolge bei der Anhörung erklärt, die Lieferung des geforderten Datensatzes sei machbar, Apple habe nur Daten zu 436 Spielen angefragt und nicht etwa zu allen rund 30.000 Spieletiteln, die auf Steam gehandelt werden. Valve hatte zuvor argumentiert, man sei als PC-Spielehersteller und mit der PC-Spieleplattform Steam im eigentlich bei dem Rechtsstreit relevanten Markt für Mobilgeräte-Apps gar nicht präsent.

Die Definition eines Marktes dürfte eine Schlüsselrolle im Streit zwischen Apple und Epic Games um Fortnite und In-App-Bezahlschnittstellen spielen. Zwar ist der App Store der einzige Weg, um Apps für iPhones und iPads zu verkaufen, aber Apple sieht sich in keinem Markt als dominant an – man sei einem heftigen Konkurrenzkampf ausgesetzt, betonte Apple-Chef Tim Cook auf einer Anhörung vor dem US-Kongress im vergangenen Sommer.

Lesen Sie auch

(lbe)