Verbraucherschützer über WhatsApp: Nutzer werden aufdringlich genötigt

Der Europäische Verbraucherverband hat sich bei der EU-Kommission beschwert, weil WhatsApp seine Nutzer übermäßig nötige, neuen Nutzungsbedingungen zuzustimmen.

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(Bild: WhatsApp / heise online)

Von
  • Andreas Wilkens

Die Europäische Verbraucherorganisation BEUC meint, WhatsApp habe mehrfach Verbraucherrechte verletzt. Sie hat daher zusammen mit acht ihrer Mitglieder bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt.

"Seit mehreren Monaten drängt WhatsApp seine Nutzer übermäßig, seine neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien zu akzeptieren", schreibt das Bureau Européen des Unions de Consommateurs. Der Inhalt der "anhaltenden, wiederkehrenden und aufdringlichen" Benachrichtigungen, ihre Art, ihr Zeitpunkt und ihr Wiederauftreten setzten die Nutzer unangemessen unter Druck und beeinträchtigten ihre Wahlfreiheit. Daher verstießen sie gegen die EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken.

WhatsApp habe es versäumt, die Art der Änderungen in klarer und verständlicher Sprache zu erklären. Es sei für Verbraucher unmöglich zu verstehen, welche Folgen die Änderungen für ihre Privatsphäre haben, insbesondere wenn es um die Übermittlung ihrer personenbezogenen Daten an Facebook und andere Dritte gehe. Damit verstieße WhatsApp gegen das EU-Verbraucherrecht. Dieses verpflichte Unternehmen zu klaren und transparenten Vertragsbedingungen.

Dabei würden die Nutzenden zu Nutzungsbedingungen gedrängt, die derzeit von den Europäischen Datenschutzbehörden wegen Verstößen gegen das EU-Datenschutzrecht geprüft werde. Daher fordere das die Datenschutzbehörden auf, schneller zu untersuchen und dabei mit den Verbraucherbehörden zusammenzuarbeiten.

WhatsApp habe den Benutzern und Benutzerinnen mitgeteilt, dass sie nicht mehr auf die App zugreifen können, wenn sie die neuen Bedingungen nicht akzeptieren, sagte BEUC-Generaldirektorin Monique Goyens. "Doch die Verbraucher wissen nicht, was sie tatsächlich akzeptieren." WhatsApp sei absichtlich vage und die Verbraucher wären ohne gültige Zustimmung einer weitreichenden Datenverarbeitung ausgesetzt.

Mehr Infos

WhatsApp hatte die neuen Datenschutz-Bestimmungen im Mai in Kraft gesetzt. Dabei hieß es, dass Nutzern, die dem Update nicht zustimmen, nach einigen Wochen mit Warnhinweisen der schrittweise Verlust wichtiger Funktionen drohe. Ende Mai hieß es aber, für WhatsApp-Nutzer werde es vorerst keine Folgen haben, nicht den neuen Datenschutz-Bestimmungen des Chatdienstes zuzustimmen.

(anw)