Verdächtiger in Volkswagen-Abhöraffäre möglicherweise tot

Bei der Leiche in einem Auto bei Helmstedt handelt es sich wohl um den VW-Manager, der interne Gespräche über den Zulieferer Prevent veröffentlicht haben soll.

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(Bild: dpa, Swen Pförtner)

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  • Florian Pillau

Laut einem Bericht der Wolfsburger Nachrichten wurde gestern (12. August 2020) eine männliche Leiche in einem ausgebrannten Auto im Ort Rottorf (Kreis Helmstedt) entdeckt. Wahrscheinlich handelt es sich um den VW-Mitarbeiter, der im Fall der illegalen Abhöraktion als Verdächtiger gilt.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig sagte der Zeitung, die Leiche sei noch nicht sicher identifiziert, es konnten "keine Hinweise auf Fremdeinwirkung" festgestellt werden.

Volkswagen hatte den Mitarbeiter seit Ende Juli 2020 im Verdacht, über längere Zeit vertrauliche Gespräche einer internen Arbeitsgruppe zu Problemen mit dem Zulieferer Prevent mitgeschnitten und teilweise veröffentlicht zu haben. Darin ging es bis zur Kündigung der Geschäftsbeziehungen zu Prevent darum, wie Volkswagen mit dem Zulieferer umgehen sollte.

Der Autohersteller hatte den Manager aus der Beschaffungsabteilung sofort nach dem Verdacht zunächst freigestellt. Weitere Auskünfte waren und sind auch aktuell mit Hinweis auf ein schwebendes Verfahren nicht aus dem Unternehmen zu bekommen.

Hintergrund der Abhöraktion könnten die vielen noch offenen Rechtsverfahren mit Prevent sein. Prevent fordert 750 Millionen US-Dollar Schadenersatz, Volkswagen seinerseits will den Schaden aus dem Lieferstopp 2016 erstreiten und beziffert die Größenordnung auf mehr als 100 Millionen Euro. Nach Angaben von Prevent sind derzeit allein vor deutschen Gerichten gut zehn Verfahren anhängig.

(fpi)