Verheimlichte GeForce-Verkäufe an Krypto-Miner: Nvidia zahlt Millionenstrafe

Die US-Börsenaufsicht kommt zum Ergebnis, dass Nvidia wissentlich Einnahmen durch Grafikkartenverkäufe an Krypto-Miner verschwieg.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 78 Beiträge

Die GeForce GTX 1060 war 2018 ein beliebtes Modell fürs Krypto-Mining mit Grafikkarten.

(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Nvidia zahlt in den USA eine Strafe in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar, umgerechnet 5,2 Millionen Euro, um eine Abmahnung mit Unterlassungsaufforderung der US-Börsenaufsicht aus der Welt zu schaffen. Eine Untersuchung der Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) kam zum Ergebnis, dass Nvidia im Jahr 2018 wissentlich Einkünfte durch den Verkauf von Grafikkarten an Krypto-Miner verschwieg und fälschlicherweise dem Gaming-Markt zuschrieb.

In den Jahren 2017 und 2018 explodierten die Kurse zahlreicher Kryptowährungen, woraufhin das Mining mit Grafikkarten – primär bei Ethereum – einen regelrechten Boom erlebte. Wie auch beim Krypto-Boom in den vergangenen zwei Jahren waren Grafikkarten damals kaum zu bezahlbaren Preisen zu bekommen.

Im Laufe des Jahres 2018 platzte die damalige Krypto-Blase, woraufhin die Grafikkartennachfrage einbrach – widergespiegelt in Nvidias und auch AMDs Geschäftszahlen. Das Ganze reichte so weit, dass Nvidia den Verkauf von GP106-Grafikchips aus der Pascal-Generation stoppte, damit Hersteller und Shops die Lager voller GeForce-GTX-1060-Karten leeren konnten. Die Vorstellung des Nachfolgers GeForce RTX 2060 verzögerte sich deswegen monatelang bis Anfang 2019.

Der Aktienkurs halbierte sich in dem Zeitraum auf 120 Euro. Nvidia-Chef Jensen Huang gab Ende 2018 schließlich zu, den Einfluss von Mining-Farmen auf die GeForce-Umsätze unterschätzt zu haben. Die jetzige Strafzahlung leistet Nvidia unter dem Vorbehalt, die SEC-Befunde weder zu bestätigen noch abzustreiten.

Im Jahr 2020 verklagten Investoren bereits Nvidia-Manager aufgrund absichtlicher Täuschung und künstlicher Aufblähung des Aktienkurses. Ein kalifornisches Gericht wies die Sammelklage ab, weil die Kläger keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen öffentlichen Aussagen der Nvidia-Manager und der internen Kommunikation belegen konnten.

Die SEC-Ermittlung hat zwar den gleichen Argumentationskern, kümmert sich aber nicht um Manageraussagen, sondern um mangelhafte Geschäftsberichte. Durch die Verheimlichungen der volatilen Krypto-Umsätze habe Nvidia die Einschätzung von Investorinnen und Investoren manipuliert, die an ein organisches Wachstum beim Gaming geglaubt hätten. Seit 2021 häufen sich wieder ähnliche Vorwürfe, da sowohl AMD als auch Nvidia die Umsätze mit Krypto-Mining herunterspielen.

(mma)