Verkehrsministerium: Elektromobilität allein reicht nicht für Klimaziele

Das Bundesverkehrsministerium reagiert gegenüber heise online auf eine Greenpeace-Studie, in der für 2030 rund 20 Millionen E-Autos gefordert werden.

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E-Auto

Symbol für einen Ladeplatz in Paris.

(Bild: heise online / anw)

"Um die Klimaziele im Verkehrsbereich einzuhalten, reicht es nicht, sich allein auf den Ausbau der Elektromobilität zu konzentrieren." Damit reagiert das Bundesverkehrsministerium auf eine Greenpeace-Studie, in der gefordert wird, bis 2030 müssen in Deutschland 20 Millionen und nicht wie geplant 15 Millionen Elektroautos zugelassen sein.

Es gelte vielmehr, das Potenzial der unterschiedlichen Verkehrsträger zu nutzen, also auch der Bahn und Schifffahrt, um die Klimaziele zu erreichen, teilte das Ministerium heise online mit. Der Koalitionsvertrag nenne neben der deutlichen Erhöhung des Anteils elektrischer Pkw noch zahlreiche andere Maßnahmen.

Neben dem Schienengüter- solle auch der Schienenpersonenverkehr deutlich gesteigert werden, erläutert das Ministerium. Im Klimaschutzprogramm 2030 sei beschlossen worden, dass im schweren Straßengüterverkehr der Anteil elektrisch oder auf Basis strombasierter Kraftstoffe angetriebener Fahrzeuge erhöht werden solle; das gelte auch für den Anteil elektrisch angetriebener Stadtbusse im öffentlichen Personennahverkehr.

Eine Analyse des Wuppertal Instituts im Auftrag von Greenpeace war zu dem Schluss gekommen, dass mit den bisherigen Plänen die Ziele der Regierung im Klimaschutz verpasst würden. Abgesehen von einer Verschiebung des motorisierten Individualverkehrs hin zum ÖPNV müsse vor allem die Antriebswende erheblich beschleunigt werden.

Auf den Verkehr entfielen laut Studie 2020 mit etwa 146 Millionen Tonnen fast 20 Prozent aller CO₂-Emissionen in Deutschland. Falls der Anteil der CO₂-Emissionen des Pkw-Verkehrs an den gesamten Emissionen des Straßenverkehrs in Zukunft in etwa konstant bleibe, ergebe sich dieses Bild: Das Klimaschutzgesetz nennt 2030 ein Sektorziel von höchstens 85 Millionen Tonnen CO₂ im Verkehr – das entspreche einer Minderung gegenüber dem Jahr 1990 um etwa 48 Prozent. Die Emissionen des Pkw-Verkehrs müssten bis zum Jahr 2030 auf etwa 52 Millionen verringert werden. Mit 15 Millionen batterieelektrischen Autos würde der Pkw-Verkehr im Jahr 2030 aber noch über 64 Millionen Tonnen CO₂ verursachen.

Die wichtigsten E-Autos (58 Bilder)

Audi Q4 e-tron

(Daten, Stand: 25.08.22)


Spitzenleistung 150 - 220 kW

Dauerleistung 70 bzw. 77 kW

Batteriekapazität brutto/netto 82/76,6 kWh

max. Ladeleistung Wechselstrom 11 kW

max. Ladeleistung Gleichstrom  125 kW


Reichweite (WLTP)  521 km


Stromverbrauch (WLTP kombiniert)  16,6 - 20,2 kWh/100 km (40 e-tron min. bis 50 e-tron quattro max.)


Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h (40 e-tron)  bzw. 180 km/h


Kofferraumvolumen: 520 - 1490 Liter


Grundpreise (brutto, Stand: 27.10.22): 51.900 bis 57.900 Euro
(Bild: Audi )

(anw)