Videospiele: Neue Proton-Version bringt DLSS für Linux

Die Linux-Kompatibilitätsschicht Proton unterstützt in ihrer jüngsten Version auch Nvidias DLSS fürs Upscaling von Spielen. Das Steam Deck profitiert nicht.

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(Bild: Casimiro PT/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Die neue Version der Linux-Kompatibilitätsschicht Proton für Steam unterstützt Nvidias DLSS. Laut den Patchnotes des Wine-Forks ist die neue Fassung seit wenigen Tagen verfügbar. Damit können über Proton abgespielte PC-Spiele unter Linux mit DLSS betrieben werden, insofern diese Titel die Funktion beherrschen.

DLSS steht für Deep Learning Super Sampling. Aktuelle Nvidia-Grafikkarten können damit Videospiele in niedrigeren Auflösungen rendern und möglichst verlustfrei auf höhere Auflösungen skalieren. Das soll die Bildrate schonen, weil Rechner nur die niedrigeren Auflösungen rendern müssen, ohne die wahrgenommene Auflösung zu stark zu beeinträchtigen. Nvidias Algorithmus schnappt sich dafür die vorhandenen Bildinformationen und errechnet die zusätzlich gewünschten Pixel.

Dank der neuen Proton-Fassung können nun auch Linux-Gamer diese praktische Funktion nutzen, die von zahlreichen Titeln von "Call of Duty: Vanguard" über "Cyberpunk 2077" bis hin zur Bedrock-Edition von "Minecraft" unterstützt wird. Bei den meisten Titeln bringt DLSS deutlich mehr FPS ohne allzu große optische Einbußen, ergab ein Test von heise plus. Um DLSS zu aktivieren, müssen in Proton die Optionen "PROTON_ENABLE_NVAPI=1" und "dxgi.nvapiHack = False" eingestellt sein, heißt es im Github-Release.

Voraussetzung für DLSS ist eine aktuelle Nvidia-Grafikkarte der RTX-Generation, GTX-Modellen fehlen die dafür notwendigen Tensor-Kerne. Außerdem macht Nvidia die RTX-Technik nicht auf AMD-Grafikkarten verfügbar. Das bedeutet, dass auch die kommende Valve-Mobilkonsole Steam Deck DLSS nicht nutzen kann: Im Inneren arbeitet ein Aerith-SoC, der lediglich AMDs weniger erprobte DLSS-Alternative FidelityFX Super Resolution (FSR) unterstützt.

Dass Upscaling auf dem Steam Deck sinnvoll ist, muss ohnehin zumindest im Handheld-Modus angezweifelt werden: Mit einer Auflösung von 1280 × 800 Pixeln ist Valves mobiler PC weit von aktuellen 4K-Displays entfernt. Upscaling-Methoden wie DLSS funktionieren aber deutlich besser, wenn die zugrundeliegende Render-Auflösung möglichst hoch ist, weil sie dann bereits mehr Bildinformationen enthält.

Upscaling von 1440p auf 4K verspricht also deutlich bessere Ergebnisse als etwa Upscaling ausgehend von noch niedrigeren Auflösungen als 1280 × 800 Pixeln. Zum Zuge käme FSR wohl nur dann, wenn das Steam Deck an einen Monitor oder den Fernseher angeschlossen wird.

Valve hat das Steam Deck zuletzt um zwei Monate verschoben: Erste Bestellungen sollen erst im Februar 2022 geliefert werden. Zuvor hatte Valve den Dezember dieses Jahres angepeilt.

(dahe)