Videostreaming: Netflix streicht nach Kundenschwund weitere Stellen

Bereits im Mai strich Netflix 150 Stellen, nun werden weitere 300 Angestellte entlassen. Damit reagiert der Streaming-Dienst auf sinkende Kurse und Abos.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 42 Beiträge

(Bild: XanderSt/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Weitere Entlassungen bei Netflix: Nachdem der Streamingdienst bereits im Mai rund 150 Stellen gestrichen hatte, wurden nun weitere 300 Personen entlassen. Das bestätigte Netflix mehreren US-Medien. Man sei dankbar für geleistete Arbeit und gebe sich Mühe, die Entlassenen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen.

Die meisten der betroffenen Netflix-Angestellten sollen in den USA gearbeitet haben. Die Kündigungen begründet Netflix gegenüber Variety mit sinkendem Wachstum. Im April hatte der Streamingdienst erstmals einen Rückgang der Abonnentenzahl öffentlich gemacht, im ersten Quartal 2022 gingen demnach 200.000 Bezahlabos verloren. Der Großteil davon entfällt auf den russischen Markt, von dem Netflix sich vor dem Hintergrund des Angriffs auf die Ukraine verabschiedete. Doch auch ohne den Verlust der russischen Nutzerinnen und Nutzer wären die Netflix-Zahlen unterhalb der Erwartungen geblieben.

Netflix hat weltweit rund 11.000 Vollzeitmitarbeiter, davon der Großteil in den USA und Kanada. In den vergangenen Monaten brachen die Aktien des Streaming-Dienstes zusammen, im Jahresvergleich verloren sie 60 Prozent ihres Werts. Als Reaktion auf die schwachen Zahlen testet Netflix nun verschiedene Geschäftsstrategien: Einerseits prüft das Unternehmen eine neue Abstufe seines Streaming-Dienstes, die sich mit Werbeanzeigen finannziert. Außerdem sollen von mehreren Personen genutzte Accounts verstärkt zur Kasse gezogen werden.

Laut den Nutzungsbedingungen von Netflix ist das sogenannte "Account Sharing" nur dann erlaubt, wenn Personen auch im gleichen Haushalt leben. In der Praxis werden Netflix-Accounts aber häufig auch außerhalb des Haushaltes genutzt. Laut US-Marktforschungsinstitut Magid geben 33 Prozent aller Netflix-Nutzer ihre Zugangsdaten an mindestens eine Person weiter. Netflix testet sein verstärktes Vorgehen gegen das Teilen von Konten in Chile, Peru und Costa Rica. Kundinnen und Kunden haben dort die Möglichkeit, für eine kleine Zusatzgebühr Personen außerhalb ihres Haushalts in ihr Abo aufzunehmen.

(dahe)