Videotipp: Youtube Videos auf einem Commodore PET von 1984

Der Youtuber Thorbjörn Jemander nimmt uns mit auf eine Reise, die einen alten Computer mit der Neuzeit verbindet.

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Schema des Aufbaus mit PET

(Bild: Mashup aus YT Video)

Von
  • Carsten Wartmann

Am Anfang stand eine vielleicht verrückte Idee und Frage: Kann ein fast 40 Jahre alter Computer ein Youtube-Video in 30 Bildern pro Sekunde anzeigen? Der Entwickler und Youtuber Thorbjörn Jemander nimmt uns in einem langen Video mit auf diese Reise. Spoiler-Alarm: Ja am Ende spielt das Video auf dem Monitor des PET.

Der Commodore PET 8296 ist eines der letzten Modelle des PET von 1984, aber bis auf 128 KByte Speicher benutzt er die gleiche Architektur wie der Ur-PET. Thorbjörn Jemander, geht schrittweise vor, alle Schritte und Irrwege werden klar erklärt. Gerade ein paar Fehler und Umwege machen den Prozess und den Entwickler symphytisch: Nicht ärgern, Fehler beheben und weiter.

Acht Monate Entwicklungszeit komprimiert in 40 Minuten Video, dabei wird es nie hektisch und die Erklärungen bleiben gut nachvollziehbar. Der Plan ist, einen Raspbery Pi als Internetanbindung zu benutzen und dann die Daten per User-Port (Commodore Variante des Parallelports) in den PET zu bekommen. Angezeigt wird das Video in PETSCII, eine spezielle Variante von ASCII.

Dabei kommen vor allem kostenlose und freie Tools zum Einsatz und hier kommt ein Schatz zutage: KretSim, ebenfalls von Thorbjörn entwickelt, ist ein Simulator für digitale Schaltkreise für Hobby, Ausbildung und Retro-Computing. Das Repertoire der Teile enthält eine große Anzahl von Bauteilen, die in den 70er- bis 90er-Jahren gerne verwendet wurden, dabei ist die grafische Oberfläche aber sehr modern und funktional. Die Analyse arbeitet auf die Nanosekunde genau.

Thorbjörn verwendet KretSim um zu testen, ob der Datentransfer vom Raspberry Pi über ein Dual-Port-Speicher innerhalb der Grenzen des PET-Systems zu schaffen ist. Die Auswertung der Simulation wirft ein paar Probleme auf, allerdings stellt sie auch die Weichen in die richtige Richtung und die Reise beginnt.

Weitere Stationen sind die Datenaufbereitung auf dem Pi, Floyd-Steinberg-Dithering, Optimierung der Programme, Prototyp auf Breadboard, Platinenlayout in KiCad, CAD und 3D-Druck des Gehäuses, dann der Test.

So nun aber husch ins Video, viel Spaß!

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(caw)