Virgin Galactic: Nächster Start mit Passagieren um ein Jahr verschoben

Für Virgin Galactic läuft es nicht gut. Die nächsten Flüge zur Grenze des Weltraums soll es nun erst frühestens in einem Jahr geben. Der Aktienkurs schmiert ab.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 7 Beiträge

(Bild: Virgin Galactic)

Von
  • Martin Holland

Das US-Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic verschiebt den geplanten Beginn seiner touristischen Flüge an die Grenze des Weltraums um mehr als ein Jahr auf das vierte Quartal 2022. Das berichtet das US-Finanzmagazin CNBC und erklärt noch, dass die Firma ihren Entwicklungs- und Flugplan bis dahin überarbeiten wolle. Außerdem sollen das Raketen- und das Trägerflugzeug generalüberholt und verbessert werden, was alleine acht bis zehn Monate in Anspruch nehmen werde. Der Aktienkurs des Unternehmens stürzte infolge der Ankündigung im nachbörslichen Handel um über 14 Prozent ab.

Virgin Galactic gehört dem britischen Milliardär Richard Branson, der im Juli nach jahrelangen Verzögerungen mit seinem Raumgleiter an die Grenze des Weltraums fliegen konnte. Gemeinsam mit zwei Astronautinnen und drei Astronauten konnte der 70-Jährige dabei auch kurz die Schwerelosigkeit erleben. Weil sie dabei aber lediglich 86 Kilometer hoch flogen, haben sie die internationale akzeptierte Grenze zum Weltraum in 100 Kilometern Höhe nicht erreicht. Die erreichte wenige Tage später US-Milliardär Jeff Bezos mit der Raumkapsel seines Unternehmens Blue Origin, das inzwischen den zweiten kommerziellen Start absolviert hat, bei dem unter anderem der Schauspieler William Shatner an Bord war.

Seit Branson mit seinem Flug Bezos zuvorgekommen war, hagelt es für seine Firma aber vor allem schlechte Nachrichten. So gab es Berichte, dass der Flug eigentlich hätte abgebrochen werden müssen, woraufhin die US-Flugaufsicht FAA Ermittlungen aufgenommen hatte. Zwischenzeitlich waren weitere Starts deswegen sogar untersagt worden, das Verbot wurde aber bereits wieder aufgehoben. Weil das Unternehmen aber potenzielle Defekte an einer Komponente der Flugsteuerung untersuchen und gegebenenfalls beheben wollte, waren weitere Verzögerungen bereits absehbar.

Die Verschiebung der nächstens Starts um mehr als ein Jahr kam nun aber doch überraschend. Beim nächsten Flug sollen Mitglieder der italienischen Luftwaffe und des nationalen Forschungsrats der USA als zahlende Passagiere an Bord sein.

(mho)