Virgin Orbit bringt erstmals Satelliten ins All

Virgin Orbit hat erstmals eine Flüssigtreibstoff-Rakete von einem Flugzeug aus gezündet und ins All geschickt. Dort wurden zehn kleine Satelliten ausgesetzt.

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Von unten aufgenommen: Boeing 747 im Flug, darunter zündet gerade eine Rakete

(Bild: Virgin Orbit)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Virgin Orbit hat zum ersten Mal Satelliten in eine Umlaufbahn gebracht. Dazu hat das Unternehmen Sonntagnachmittag (Ortszeit Kalifornien) eine Flüssigtreibstoff-Rakete von einem vor der Küste Kaliforniens fliegenden Flugzeug losgelöst und gezündet. An Bord waren bei der Mission "Launch Demo 2" zehn kleine Satelliten.

Es handelt sich dabei um je einen Satelliten acht amerikanischer Universitäten und ein Satelliten-Tandem der Universität Michigans in Ann Arbor. Die NASA bezahlt den Start, der eigentlich schon im Dezember hätte stattfinden sollen. Die Coronavirus-Pandemie hat damals allerdings wichtige Virgin-Orbit-Mitarbeiter in Quarantäne gezwungen.

Virgin Orbit verwendet eine Boeing 747 und befestigt an deren Unterseite eine zweistufige Rakete namens LauncherOne. Diese Rakete hat bis zu 300 Kilogramm Nutzlast und soll Satelliten in sonnensynchrone Umlaufbahnen bringen. Letzten Mai hat Virgin Orbit erstmals eine dieser Weltraumraketen in der Luft gezündet, damals noch ohne echte Satelliten an Bord.

Das Unternehmen ist eine Tochterfirma Virgin Galactics, gehört also ebenfalls mehrheitlich Abu Dhabi. Weitere Anteile an der börsennotierten Gruppe halten die Virgin Group und andere Aktionäre. Sowohl Virgin Galactic als auch Virgin Orbit möchten an der Unterseite eines Flugzeugs montierte Raketen aus der Luft starten.

Während Virgin Orbit Satelliten befördert, und ihre Tochterfirma VOX Space Militärsatelliten starten soll, plant Virgin Galactic Personen für mehrere Minuten in oder nahe an den Weltraum zu bringen. Diese Touristen-Weltraumflüge hätten eigentlich schon vor 14 Jahren beginnen sollen.

(ds)