VirtualBox 7.0: komplett verschlüsselte VMs, Cloud-Integration und 3D-Support

Drei Jahre nach dem letzten größeren Update gibt es von VirtualBox ein Lebenszeichen – in Form eines umfangreichen Feature-Updates auf Version 7.0.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 65 Beiträge
Von
  • Moritz Förster

VirtualBox 7.0 erweitert Oracles freie Virtualisierungssoftware deutlich: Unter anderem lassen sich virtuelle Maschinen (VMs) nun vollständig verschlüsseln, inklusive der Logdateien der Konfiguration und Savestates. Allerdings funktioniert dies zunächst ausschließlich über die Kommandozeile, nicht die grafische Oberfläche.

Außerdem lassen sich nun Cloud-VMs im Managementprogramm hinzufügen und dort genauso wie die lokalen VMs verwalten. Dasselbe gilt für virtuelle Netzwerke – und lokale VMs können Nutzer auf Wunsch direkt mit Cloud-Netzen verbinden. Oracle schneidet all diese Funktion auf die eigenen Cloud-Dienste namens OCI zu, von der AWS- oder Azure-Konkurrenz ist nicht die Rede.

Neu ist ebenfalls der 3D-Support auf Basis von DirectX 11 unter Windows beziehungsweise DXVK auf anderen Betriebssystemen. Ferner lassen sich jetzt virtuelle Trusted-Platform-Module (TPM) gemäß der Standards 1.2 und 2.0 hinzufügen. Und auf Wunsch können Nutzer für ihre VMs Secure Boot aktivieren. Die EHCI und XHCI USB-Controller sind ab Version 7.0 Teil des freien Basispakets.

Die grafische Managementoberfläche hat einige praktische Administrationsfunktionen erhalten: In einem neuen Tool lassen sich wichtige Leistungsstatistiken wie die CPU- und RAM-Auslastung laufender VMs überwachen. In einem ebenfalls neuen Benachrichtigungszentrum sammelt VirtualBox nun alle VM-Informationen sowie Fehlermeldung.

Die proprietären Gasterweiterungen für Linux-Gastsysteme kann die Software ab sofort automatisch aktualisieren. Zudem haben die Entwickler die grundlegende Integration mit einigen freien Desktop-Umgebungen angepackt – mit welchen genau, geht aus den Release Notes nicht hervor. Unter macOS setzt VirtualBox nun keine Kernel-Erweiterungen mehr ein, sondern verwendet vollständig Apples Hypervisor- und vmnet-Frameworks.

Hinzu kommen viele kleinere Änderungen bei der grafischen Managementoberfläche, darunter ein erweiterter Assistent zum Einrichten von VMs. Um VirtualBox war es in den letzten Jahren ruhig geworden, das letzte Update auf 6.1 liegt drei Jahre zurück, der Sprung auf die 6.0 geschah kurz zuvor Ende 2018. Das Basispaket von VirtualBox erscheint als Open-Source-Software unter der GPLv3, jedoch stehen einige Module sowie die Gasterweiterungen separat unter anderen proprietären Lizenzen.

Siehe auch:

Mehr von iX Magazin Mehr von iX Magazin

(fo)