Visual Studio Code: Editor-Update mit Feinschliff und neuen Erweiterungen

Microsoft hat ein neues Release des Editors Visual Studio Code vorgestellt. Gleichzeitig wurden auch Erweiterungen für Python und Jupyter angekündigt.

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(Bild: Semisatch/Shutterstock.com)

Von
  • Frank-Michael Schlede

Mit dem April-2022-Release haben die Entwickler bei Microsoft eine ganze Reihe neuer Updates für den freien Quelltext-Editor Visual Studio Code (VS Code) vorgestellt. Zudem gab es Neuerungen bei den Python-Erweiterungen für den Editor zu vermelden. Hierbei hob das Entwicklerteam hervor, dass sie daran arbeiten, die Tool-Unterstützung, die in der Python-Extension zur Verfügung gestellt wird, in separate Erweiterungen aufzuteilen. Das soll Leistung und Stabilität des Editors und der Erweiterungen verbessern.

Während die Entwickler bei den "Python and Jupyter Extensions for Visual Studio Code" bereits vom Mai-Release sprechen, wird die neue Version 1.67 des Editors noch als April-Release geführt. Sie kann mit einer ganzen Reihe von Verbesserungen und Ergänzungen aufwarten. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Schachtelung der Source-Dateien (file nesting) im Explorer
  • Einstellungen für Editor-Filter
  • Klammerpaare im Source-Code werden standardmäßig farbig dargestellt
  • Sogenannte "Inlay-Hinweise" können nun mit Strg+Alt schnell ein- und ausgeblendet werden,
  • Markdown-Links können jetzt via "Drag and Drop" angelegt werden
  • Alle Verweise auf Kopfzeilen, Dateien und URLs in Markdown werden schneller gefunden
  • Update der Java-Erweiterungen: Unterstützung von Inlay-Hinweisen und der "lazy variable resolution"
  • Anleitung für Autoren von Erweiterungen (UI best practices) und
  • als neues Thema: Wie Entwickler Rust in VS Code nutzen können.

Gute Hilfe bei der Arbeit mit dem Source-Code: Ab der Version 1.67 von Visual Studio Code werden Klammerpaare im Source-Code werden standardmäßig farbig dargestellt (Bild: Microsoft).

Die ausführlichen Release-Notes zu allen Änderungen in der Version 1.67 finden sich auf der Update-Seite von Code.VisualStudio.com.

Die erste neue Erweiterung, der Python Formatter Black, verwendet das Language Server Protocol (LSP), um Formatierungsunterstützung anzubieten. Die Erweiterung wird mit der neuesten Version von Black ausgeliefert, daher entfällt das Installieren in einer Python-Umgebung. Wer den Formatter ausprobieren möchte, kann ihn direkt vom Visual Studio Marketplace installieren. Danach müssen Nutzerinnen und Nutzer nur noch eine Python-Datei öffnen und Format document with… auswählen. Wer dabei Probleme findet oder weitergehende Funktionswünsche hat, kann diese auf dem GitHub-Repository der Erweiterung einreichen.

Mit isort wird eine weitere Erweiterung neu angeboten. Bei ihr handelt es sich um ein Python-Dienstprogramm respektive eine Bibliothek, die es ermöglicht, Importe alphabetisch und automatisch in Abschnitte und nach Typ zu sortieren. Öffnen Entwickler nach Installation dieser Erweiterung eine Datei und die Importe entsprechen nicht den eingestellten Standards von isort, so zeigt die Erweiterung einen Fehler an. Darüber hinaus stellt sie eine Code-Aktion bereit, um die Reihenfolge des Imports zu korrigieren.

Die dritte neue Erweiterung betrifft schließlich Jupyter Notebooks. Sie kann mit diesem Release jetzt auch als Web-Erweiterung zum direkten Einsatz mit VS Code installiert werden. Die Funktionalität ist allerdings derzeit noch eingeschränkt: Sie unterstützt laut Ankündigung nur Notebooks (.ipynb-Dateien), die auf Jupyter-Servern ausgeführt werden und bei deren Zugriff kein https benötigt wird. Entwickler, die mit dieser neuen Funktionalität experimentieren möchten, können dazu Jupyter mit folgendem Befehl von ihrem Rechner aus starten:

jupyter --no-browser \
--NotebookApp.allow_origin_pat=https://.*\.vscode-cdn\.net

Die Verbindung mit dem entsprechenden Jupyter-Server lässt sich dann einfach mit dem Kommando Jupyter: Adresse des Servers aufbauen. Das Entwicklerteam verspricht, eine ganze Reihe weiterer Funktionen in den kommenden Versionen zu aktivieren. Dazu gehören neben dem Zugriff auf https-basierte Server unter anderem auch IntelliSense, interaktive Fenster sowie die Anzeige von Daten und eine Variablen-Ansicht.

Das Jupyter-Team kündigt zudem die Verfügbarkeit der Jupyter Powertoys-Erweiterung an, die experimentelle Funktionen für die Arbeit mit Jupyter Notebooks anbietet. In dieser ersten Version wurden laut Ankündigung die Funktionen Kernel-Management-Panel, kontextuelle Hilfe und Ausführungsgruppierung prototypisch implementiert. Interessierte Entwickler finden weitere Informationen in der Readme-Datei im vscode-jupyter-powertoys Repository.

(fms)