Visual Studio Code: Juni-Update kann JavaScript jetzt auf Knopfdruck debuggen

Version 1.47 gilt als stabil für Windows auf ARM, bringt eine konsolidierte Ansicht der Repositorys, neue Bildschirmlesefunktionen und Neues für TypeScript 4.0.

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(Bild: PrinceOfLove/shutterstock.com)

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Das Juni-Update von Visual Studio Code (VS Code) ist erschienen, die wichtigsten Neuerungen in Version 1.47 sind wohl die neu eingeführte Debugging-Möglichkeit für JavaScript, neue Bildschirmlesefunktionen für etwas mehr Barrierefreiheit und die neuerdings als stabil geltende Unterstützung von auf ARM-Chips basiertem Windows.

Der neue JavaScript-Debugger war in der Insider-Version von VS Code bereits im vergangenen Monat enthalten, er soll Entwicklern von JavaScript-Code (via Node.js und Chrome) jetzt das Debuggen im Terminal erlauben und auch Profiling unterstützen. Er beherrscht einige Funktionen, die sich bisher nur über externe Erweiterungen einbinden ließen, die aber noch eine manuelle Konfiguration des Debugging-Prozesses erforderten.

Der Standardweg war bislang der Aufruf über die F5-Taste, die das Debuggen der aktuell geöffneten Datei im Terminal initiiert. Zusätzlich gibt es nun zwei neue Icons, die das Debugging auch per Knopfdruck erlauben: eine Schaltfläche zum Ausführen (Pfeil nach rechts) und eine Schaltfläche zum Ausführen mit kleinem Ungeziefersymbol. Die Methode hat laut VS-Code-Team den Vorzug, dass keine neuen APIs notwendig sind.

Debugging von JavaScript im Terminal von Visual Studio Code

(Bild: Visual Studio Code)

Autoren von Debugging-Erweiterungen (zum Beispiel für Python) hatten in der Vergangenheit bereits Schaltflächen zum rascheren Ausführen ergänzt, da der Weg über das Kontextmenü oder die Fallback-Strategie über F5 (die offenbar nur funktioniert, wenn keine launch.json-Datei existiert) reichlich umständlich waren. Für Extensions-Autoren gibt es flankierend zum neuen Release nun auch neue Richtlinien zum Implementieren ihrer Software in Visual Studio Code.

Nach Feedback aus der Community haben die VS-Code-Entwickler weitere Probleme mit der Barrierefreiheit behoben. Kompakte Ordner im Datei-Explorer sollen jetzt den erweiterten beziehungsweise komprimierten Zustand und die ARIA-Ebene, auf der er sich befindet, korrekt wiedergeben. Bildschirmlesegeräte können jetzt laut Release Notes das Cursor-Offset im Editor aktualisieren. Das hat offenbar zur Folge, dass der Screenreader-Befehl Say All besser funktioniert, wenn man ihn anhält und wieder aufnimmt. Gleichlautende ARIA-Live-Benachrichtigungen sollen Screenreader nun korrekt und vollständig neu vorlesen.

Das Release zeigt Quellcode nun in einer neuen, konsolidierten Ansicht an, die alle Repositorys zu einer gemeinsamen Ansicht vereint. Entwickler sollen dadurch mehr Überblick über ihren gesamten Arbeitsbereich erhalten. Die Quellcode-Ansicht lässt sich nun ins Panel verschieben und andere Ansichten kann man offenbar in den Container der Quellcode-Ansicht ziehen. Neu ist auch die Möglichkeit, Änderungen im Quellcode nach Name, Pfad und Status zu sortieren, wenn man die Listenansicht ausgewählt hat. Die bisherigen Ansichtsoptionen (Liste vs. Baum) hat das VS-Code-Team zu einer neuen Ansicht View & Sort konsolidiert, Entwickler finden sie im Kontextmenü.

Auch an der Unterstützung des vor kurzem als Beta veröffentlichten TypeScript 4.0 hat das Entwicklerteam weiter gefeilt: Veraltete Symbole im Editor lassen sich nun durchgestrichen darstellen, und wenn ein bestimmtes Refactoring sich nicht durchführen lässt, blendet VS Code nun einen Erklärunsdialog ein, der die Gründe dafür angibt. Auch die automatische Importfunktion hat Änderungen erfahren, die sich in einem eigenen Blogeintrag zu TypeScript 4.0 nachlesen lassen.

Weitere Neuerungen betreffen das Editieren komplexer Einstellungen von Objekten, der Settings Editor kann nun offenbar auch verschachtelte Objekteinstellungen bearbeiten und Entwickler müssen nicht mehr extra settings.json aufrufen sondern können die Editierarbeit direkt im Settings Editor erledigen.

Visual Studio Code 1.47: Settings Editor kann jetzt auch komplexe Einstellungen von Objekten direkt bearbeiten

(Bild: Visual Studio Code)

Die Extension HexEditor zur systemeigenen hexadezimalen Arbeit innerhalb von VS Code lässt nun Benutzer bestehende Hex-Zeilen rückgängig machen, wiederherstellen, bearbeiten und neue Zellen hinzufügen. Auch große Dateien über 18 MB sollen sich nun im HexEditor öffnen lassen, eine vollständige Liste der Änderungen findet sich bei GitHub. Die Unterstützung von Notebook-Benutzeroberflächen wie von Jupyter Notebooks wird weiter ausgebaut, und es gibt jetzt Tutorials zu den Extensions für Remote-Zusammenarbeit. Für macOS liefert das neue Release außerdem einen Java Pack Installer aus.

Heximales Editieren mit der Erweiterung HexEditor in Visual Studio Code

(Bild: Visual Studio Code)

Eine Beschreibung sämtlicher Neuerungen des Juni-Updates lässt sich den Release Notes zu Visual Studio Code 1.47 entnehmen. Entwickler, die Windows auf einem Gerät mit ARM-Chip nutzen möchten, können den neuen stabilen Build von VS Code für Windows auf ARM separat herunterladen.

(sih)