Vodafone will seine Funktürme bald an die Börse bringen

Der britische Konzern plant den Börsengang seiner Funkturm-Tochter im März. Die bei Investoren beliebte Infrastruktur soll die Kasse klingeln lassen.

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(Bild: Sunshine Studio/Shutterstock.com)

Von
  • Volker Briegleb

Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone will die Mobilfunktürme der europäischen Tochtergesellschaften im März an die Börse bringen. An der Frankfurter Börse soll "ein bedeutender Minderheitsanteil" platziert werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in London mit. Dabei geht es um 82.000 in der Infrastrukturgesellschaft Vantage Towers zusammengefassten Funktürme und Dachstandorte von zehn europäischen Landestöchtern, darunter auch Vodafone Deutschland.

Der Börsengang sei "ein wichtiger Meilenstein, mit dem die Basis für die nächste Wachstumsphase unseres Unternehmens in der dynamischen Funkturmbranche geschaffen wird", erklärte Vivek Badrinath, CEO von Vantage Towers. Vodafone verfolgt die Börsenpläne schon länger. 2019 hatte das Unternehmen angekündigt, seine Antennenstandorte in eine eigene Gesellschaft auszugliedern und langfristig an die Börse bringen zu wollen.

Dabei geht es allerdings nur um die Masten und Grundstücke an sich. Die aktive Sendetechnik an den Standorten bleibt Eigentum des Netzbetreibers, der für die Nutzung der Standorte dann Miete an die Infrastrukturgesellschaft zahlt. Nach dem Modell haben auch andere große Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom oder Telefónica Deutschland ihre passive Infrastruktur in eigene Gesellschaften ausgelagert.

Der spanische Telefónica-Konzern hatte seine Funkturmsparte bereits vor einigen Jahren in die Infrastukturtochter Telxius ausgelagert. Im vergangenen Jahr hat dann auch Telefónicas Deutschlandtochter ihre Funktürme an Telxius verkauft. Inzwischen hat sich der Telefónica-Konzern aber ganz von den Funktürmen getrennt. Im Januar hat Telxius etwa 31.000 Funkmasten an den US-Konzern American Tower verkauft – für 7,7 Milliarden Euro.

American Tower betreibt mehr als 181.000 Sendemasten in 21 Ländern und ist damit einer der größten Telekominfrastruktur-Anbieter weltweit. Das Unternehmen hat auch in Deutschland über 2200 Standorte und will mit der Übernahme des Telxius-Bestands wachsen. Platzhirsch ist die Deutsche Funkturm, die als Tochtergesellschaft der Telekom rund 32.500 Funkstandorte verwaltet, darunter auch zahlreiche Fernsehtürme. Die Telekom hatte Verkaufspläne für die Infrastrukturtochter 2007 wieder verworfen.

(vbr)