Volksbanken arbeiten an Bitcoinhandel für Privatkunden

Kann man bald über Volksbanken Kryptowährungen kaufen und verkaufen? Das genossenschaftliche Institut DZ Bank hat einen Prototyp dafür entwickelt.

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(Bild: Shutterstock)

Die Volks- und Raiffeisenbanken denken offenbar über die Einführung von Kryptogeldhandel für die Privatkundschaft nach. Das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank und die Deutsche Wertpapierservice Bank (DWP Bank) hätten bereits Prototypen einer entsprechenden Wallet-Anwendung entwickelt, erklärt Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken, laut Bericht der Stuttgarter Zeitung. Test damit liefen schon.

"Es ist ein Bedarf da, den wir perspektivisch uns vorstellen können zu lösen", sagte Kolak demnach. Allerdings seien Bitcoin & Co. hochspekulative Anlagen, auch die Frage des Stromverbrauchs beim Mining schaffe Diskussionsbedarf. Eine Grundsatzentscheidung für oder gegen Kryptodienstleistungen könne in einem Jahr fallen, zitierte die Stuttgarter Zeitung Kolak. Man wolle "keinen Schnellschuss". Bei einem positiven Entscheid entschieden dann die einzelnen Genossenschaftsinstitute, ob sie Kryptogeldienstleistungen verfügbar machten. Die DZ Bank und die DWP Bank bestätigen heise online auf Anfrage das Projekt, führten aber noch keine Details aus.

Unabhängig davon hatte bereits im Dezember die Volksbank Bayern Mitte einen Vorstoß in Sachen Bitcoin gewagt. Man wolle Kunden generell zum Thema Kryptogeldkauf und Aufbewahrung von privaten Schlüsseln beraten. Ebenfalls solle es eine Handelsmöglichkeit geben, erklärte Vorstandsmitglied Andreas Streb im Genossenschaftsblatt Profil. Noch in diesem Jahr solle das Angebot marktreif sein.

Furore in der Finanzwelt machten auch Berichte vom Dezember, die Sparkassen könnten ebenfalls bald Kryptodienste anbieten. Ein Team beim IT-Dienstleister S-Payment feile in einem Pilotprojekt an einem Konzept für einen solchen Service, hieß es. Sparkassen-Kunden solle es so möglich werden, Kryptowährungen direkt über ihr Girokonto zu kaufen.

Inzwischen waren aber zahlreiche kritische Stimmen unter hochrangigen Sparkassenfunktionären zu vernehmen."Kryptowährungen sind keine Geldanlagen, die die Sparkassen ihren Kunden anbieten wollen", erklärte etwa der bayerische Sparkassen-Präsident Ulrich Reuter. Die Rolle der Sparkassen sei es, "Kunden vor so etwas zu schützen", sagte Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, gegenüber Finanzmedien.

Wohin der Richtungsstreit noch führt, bleibt abzuwarten. Nach flächendeckenden Kryptoservices für die 50 Millionen deutschen Sparkassenkunden klingt es erst mal nicht.

(axk)