Volkswagen-Konzern verbucht 1,4 Milliarden Euro Verlust

Der Autohersteller schrieb im vergangenen Quartal große rote Zahlen. Die bisherigen Aussichten auf 2020 hält er bei.

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Das Design des Golf GTI bis hin zur achten Generation, die Volkswagen im vergangenen Quartal vorstellte, scheint sich der zunehmenden Ruppigkeit im Straßenverkehr anzupassen.

(Bild: Volkswagen)

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Der Volkswagen-Konzern ist wie erwartet in die roten Zahlen geraten. Vor Steuern stand im ersten Halbjahr ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro, geht aus einer Mitteilung hervor. Vor einem Jahr hatte VW hier noch einen Gewinn von 9,6 Milliarden Euro erzielt. Weil die Bänder vor allem im März und April wegen der Coronavirus-Pandemie lange stillstanden und in Europa sowie Nordamerika kaum Autos abgesetzt werden konnten, sackte der Umsatz um 23 Prozent auf 96 Milliarden Euro ab.

Beim operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen lag Volkswagen mit einem Minus von 0,8 Milliarden Euro leicht besser als von Analysten geschätzt. Vor einem Jahr hatte VW hier 10 Milliarden Euro verdient. Die Geschäftsaussichten 2020 behält der Konzern bei, das operative Ergebnis soll zwar gravierend unter dem Vorjahreswert bleiben, aber noch positiv ausfallen.

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"Nachdem die Auslieferungen im April rund 45 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen hatten, verringerte sich der Rückstand kontinuierlich auf noch rund 18 Prozent im Juni", teilte Volkswagen mit . In Westeuropa habe sich in der Zeit der Markt erholt. Hier hätten die Auslieferungen im Mai noch rund 57 Prozent unter dem Vorjahr gelegen, im Juni rund 30 Prozent. Insgesamt seien die Auslieferungen bis Ende Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27,4 Prozent auf 3,9 Millionen Fahrzeuge zurückgegangen.

"Das Geschäft des Volkswagen-Konzerns und seiner Marken war im ersten Halbjahr 2020 stark von der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt", schreibt Volkswagen. Der Konzern habe aber früh gegengesteuert, indem er Kosten gesenkt habe. Die Produktion sei "konsequent an der Kundennachfrage ausgerichtet" worden, dadurch habe er ein "striktes Vorratsmanagement und dadurch eine signifikante Entlastung des Working Capital", erreicht; das heißt, Volkswagen sorgte für seine Solvenz.

Wegen der nach wie vor nicht verlässlich einschätzbaren weiteren Entwicklung will das Management den Dividendenvorschlag für das vergangene Jahr um 1,70 Euro auf 4,86 Euro je Vorzugsaktie kürzen, um die Kasse zu schonen. Stammaktionäre bekommen jeweils 6 Cent weniger.

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Der ID.3 Pure als Basismodell hat eine Batteriekapazität von 45 kWh, die eine Reichweite bis zu 330 km im WLTP möglich machen soll.

Im September will Volkswagen mit dem ID.3 seine Elektrooffensive in Gang setzen. Den Kunden soll gleichzeitig ein Netz mit 150.000 Ladestationen bereitstehen.

(anw)