Voll flexibel: Samsung zeigt Mobildisplays zum Falten und Auseinanderziehen

Samsung rückt auf der Display Week seine OLED-Technik ins Zentrum, es geht um Energiesparen, falt- und aufrollbare Displays und natürlich um die neuen QD-OLEDs.

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Von
  • Ulrike Kuhlmann

Hingucker am Samsung-Stand auf der Display Week sind in alle Richtungen faltbare Mobildisplays der Marke Flex: Man findet nach innen oder außen klappbare OLEDs (Flex S) ebenso wie zweifach zusammenklappbare Schirme (Flex G). Bemerkenswert ist ein etwa 15-zölliges OLED für Notebooks, bei dem nicht nur der Schirm, sondern auch die Tastatur aus einem Display besteht (Flex Note). Klappt man das Notebook respektive Touch-Display komplett auf, erhält man eine sehr nahtlose berührungssensitive Eingabefläche.

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Außerdem präsentiert Samsung ausrollbare Displays, wie sie seit langem durchs Internet geistern – hier realisiert als 6,7-zölliges OLED, das nach oben in die Länge gezogen werden kann, und ein größeres 8,1“-OLED, das sich durch Auseinanderziehen an beiden Seiten in einem 12,4-Zöller verwandeln lässt. Gedacht ist das OLED für Spielkonsolen. Leider sind alle gezeigten Modelle nicht zum Ausprobieren gedacht. Wie die Mechanik und die Haptik ist, wissen wir deshalb nicht.

Samsung Flexible OLEDs (3 Bilder)

Samsung will seine Mobildisplays nicht nur einmal, sondern zweimal falten. Das schafft weitere Displayfläche, trägt aber dick auf.

Samsung begnügt sich aber nicht mit Falten und Aufrollen, sondern verspricht für seine mobilen organischen Eco OLEDs auch einen reduzierten Energiebedarf. Möglich machts das Weglassen des Polfilters oberhalb der Pixel. Er sorgt bislang dafür, dass die OLEDs in heller Umgebung nicht zu stark spiegeln, schluckt aber auch die Hälfte des aus dem OLED kommenden Lichts.

In einer Demo reduziert sich die Leistungsaufnahme des faltbaren 7,6“-Displays bei gleicher Schirmleuchtdichte von knapp 1,8 auf knapp 1,5 Watt oder leuchten umgekehrt bei gleicher Leistung etwas heller. Zudem tragen die Displays mit Wegfall des Polfilters auch weniger auf. Auf den ersten Blick waren die Reflexionseigenschaften der Polfilter-losen OLEDs kaum schlechter als die Varianten mit Polfilter.

Samsung Öko OLEDs (3 Bilder)

Bei seinen Eco-OLEDs lässt Samsung den lichtschluckenden Polfilter weg.

Für seine QD-OLED-Technik verspricht Samsung dem Fachpublikum bessere Farben, größere Einblickwinkel und sehr kurze Reaktionszeiten. In unserem Test des Alienware-Monitors von Dell mit QD-OLED-Panel konnten wir das bestätigen. Beklagt haben wir darin farbige Säume an kontraststarken hellen Bildinhalten, was auch für die TVs Bestand hat, dort aber aus angemessenem Abstand nicht wirklich bemerkbar ist.

Als Besonderheit jenseits des Erwartbaren zeige Samsung ein 3D-Display mit Light Field Technik. Um die Inhalte auf solchen Displays kann man gewissermaßen drumherum schauen. Das ist auch beim auf der Display Week gezeigten Light-Field-Display so, allerdings ragen die Objekte nicht besonders weit aus der Oberfläche heraus, die Profile zum Herumschauen sind entsprechend gering.

Samsung Light Field Display

Den Messeauftritt in San Jose bestreitet die Displaysparte des Unternehmens. Die präsentiert vor allem die Möglichkeiten der Displaytechnik und weniger finale Produkte für Konsumenten. So bekommt man einen Eindruck, welche Displayvarianten das koreanische Unternehmen und andere Hersteller künftig in ihren Produkten einsetzen werden und woran das Unternehmen arbeitet. (uk)