Vollgepackt bis obenhin: die Micro-Four-Thirds-Kamera Panasonic Lumix G110

Die kleine Systemkamera Panasonic G110 bringt neben vielen Features für Foto und Video auch solche mit, die speziell auf Blogger und Vlogger zugeschnitten sind.

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Die Panasonic Lumix G110 ist im Kit mit Mini-Stativ erhältlich. Über dieses können Aufnahmen gestartet und beendet werden.

(Bild: Panasonic)

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Mit der Lumix G110 will Panasonic nicht nur Fotografen überzeugen, ihre Hauptzielgruppe sind Blogger, Vlogger und solche, die es werden wollen. Als jüngstes Mitglied der G-Serie soll sie keine der bisherigen Kamerareihen fortführen, sondern kommt als eigenständiges Modell und ordnet sich unter der Lumix G91 ein.

Was zunächst wenig spektakulär klingt, macht die 420 Gramm leichte Systemkamera mit interessanten Features wieder wett. Diese wurden teils von den großen Schwestern wie der GH-5 übernommen, teils sind es Neuerungen. So kommt der Micro-Four-Thirds-Sensor mit den bekannten 20 Megapixeln. Außerdem sind Videos mit 4K 30p, V-Log-L, Zeitlupe und Zeitraffer in FullHD oder Time Lapse mit dabei. Bluetooth- und Wi-Fi ermöglichen es, die Kamera fernzusteuern und Bilder sowie ausgewählte Videoformate auf das Smartphone zu übertragen. Die Lumix Sync-App (Android, iOS) stattet nach Herstellerangaben die Bilder auf Wunsch mit GPS-Daten aus. Außerdem besitzt die Lumix G110 einen Upload-Button, über den sich – in Kombination mit der App – auf Knopfdruck Bilder und Videos in soziale Medien hochladen lassen.

Von den älteren Geschwistern hat die G110 auch das V-Log-L übernommen. V-Log-L ist ein Ausgabeformat, das ähnlich einem Raw dem Videografen mehr Spielraum in der Nacharbeit gibt, zum Beispiel durch Look Up Tables (LUTs). Dazu erkennt die Kamera automatisch, wann im Hochformat gefilmt wird und speichert die Sequenzen auch als Hochkant-Videos ab. Die 5-Achsen-Bildstabilisierung (O.I.S.) hilft zudem, Verwacklungen im Bild zu reduzieren.

Zusätzlich blendet der Frame-Maker-Modus im Display einen Rahmen für die Formate gängiger Social-Media-Kanäle ein, um es Vloggern zu vereinfachen, sich für alle passend im Bild zu positionieren. Im Video-Selfie-Modus übernimmt die Kamera das automatisch, regelt sogar den Ton, die Gesichtsverfolgung und die Schärfentiefe im Hintergrund.

Die Übertragung von Kamera aufs Smartphone soll per Knopfdruck besonders einfach funktionieren.

(Bild: Panasonic)

Für den Ton setzt Panasonic OZO-Audio von Nokia ein. Dafür sind in der Kamera drei Mikrofone verbaut, die Audiosignale von allen Seiten sauber einfangen sollen. Sie können getrennt angesteuert werden, außerdem lässt sich die Soundaufnahme mit der Gesichtserkennung koppeln, so dass eine Tonverfolgung möglich ist. Zudem soll sich der Audiopegel manuell steuern lassen.

Sollte dem Leser des Datenblatts der Kopf schwirren, kann er erst einmal beruhigt aufatmen – die G110 schießt auch noch ganz normale Fotos. Dafür stehen sowohl ein hochauflösender Sucher mit 3,68 Millionen Bildpunkten (1280 × 960 Pixel), wie ein 7,5 Zentimeter großes Touch-Display auf der Rückseite zur Verfügung. Es lässt sich zur Seite schwenken und für Selfie-Aufnahmen um 180 Grad drehen. Der Autofokus der G110 verfügt über Gesichts- und Augenerkennung, die schnell und zuverlässig sowohl bei Foto als auch bei Video arbeiten soll. Mithilfe des Sequenz-Shots verrechnet die Kamera eine Bewegungsabfolge zu einem Bild. Fotos und Videos können in der Kamera in einem begrenzten Rahmen auch bearbeitet werden.

Ab dem 20. Juli 2020 soll die Lumix G110 in drei Varianten erhältlich sein (Stand: 24.06.2020). Mit Senkung der Mehrwertsteuer Anfang Juli 2020 sinkt der Preis in Deutschland dabei um die angekündigten drei Prozent.

  1. Body mit 12-32-mm-Objektiv (UVP: bis 30.06.2020 749,00 € inkl. 19% MwSt. / ab 01.07.2020 730,12 € inkl. 16% MwSt.)

  2. Body mit 12-32-mm-Objektiv und Stativgriff (UVP: bis 30.06.2020 799,00 € inkl. 19% MwSt. / ab 01.07.2020 778,86 € inkl. 16% MwSt.)

  3. Body mit 12-32-mm-Objektiv und 35-100-mm-Objektiv (UVP bis 30.06.2020 949,00 € inkl. 19% MwSt. / ab 01.07.2020 925,08 € inkl. 16% MwSt.)

Selfies werden als Foto und Video gut unterstützt.

(Bild: Panasonic)

Der kleine Stativgriff (DMW-SHGR1) dient sowohl als Mini-Stativ wie auch als Gimbal-Ersatz. Er wird per Mini-USB an die Kamera angeschlossen und besitzt Tasten um auszulösen oder Videoaufnahmen zu starten und zu beenden. Die Kamera lässt sich darüber auch in den Sleep-Modus versetzen oder wieder aktivieren. Per Firmware-Update plant Panasonic die Kompatibilität für weitere Kameras (GH5, GH5S, G9, G91).

Der Akku reicht mit Sucher oder Touch-Display für 250 beziehungsweise 270 Aufnahmen (nach CIPA-Standard). Um die Aufnahmekapazität auf bis zu 900 Bilder zu erhöhen, lässt sich der Sucher eco Modus mit 30 Bildern pro Sekunde einstellen. Gut zu wissen: Die G110 lässt sich über USB laden.

Panasonic bringt mit der Lumix G110 ein handliches, Social-Media-optimiertes und relativ günstiges Gesamtpaket auf den Markt. Der Hersteller möchte vor allem Einsteiger und Smartphone-Foto- und -Videografen zum Umstieg auf seine Kamera bewegen. Auch Sony setzt mit der ZV1 ähnlich an. Diese kommt zwar auch mit 20 Megapixeln, allerdings mit Typ-1-Zoll-Sensor und als Kompaktkamera. Mit über 90 passenden Objektiven und dem größeren MFT-Sensor hat die Lumix also deutlich die Nase vorn. Begrenzt ist das kleine Modell vor allem durch die Akkuleistung und den Sensor, der bekannterweise bei erhöhten ISO-Werten stark zu Rauschen beginnt. Ob die Kamera hält, was sie verspricht, muss ein Test zeigen. Aber eine Sache macht Panasonic mit der G110 klar: Der Hersteller bleibt dem Micro-Four-Thirds-System vorerst treu.

(cbr)