Von Apple finanzierte Studie: App-Store-Provision nicht zu teuer

Apples Softwareladen agiere auf ähnliche Art wie die Konkurrenz, heißt es in einer Untersuchung der Analysis Group. Verwunderlich ist das nicht.

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App-Store-Ansicht.

(Bild: Postmodern Studio/Shutterstock)

Von
  • Ben Schwan

Apple hat sich mit einer neuen Studie gegen Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung im App Store gewehrt. Das Papier, das von der Analysis Group auf Apples Kosten erstellt wurde, vergleicht die Gebühren und Praktiken von Apples Softwareladen mit denen der Konkurrenz – Google Play sowie Amazon Appstore, Samsung Galaxy Store plus Microsoft Store.

Das Ergebnis der Studie: Die Preise Apples seien nicht höher als die der Konkurrenz – beziehungsweise bewegten sich im Rahmen. So nehmen alle vier Konkurrenten ebenfalls 30 Prozent Provision (Microsoft in bestimmten Fällen nur 15 Prozent) und bei Abos reduziert sich der Satz nach einem Jahr von Apple und Google auf 15 Prozent. Amazon hat wiederum einen 10-Prozent-Rabatt für Streaming-Dienste und beim Samsung Galaxy Store können manche Entwickler auch niedrigere Tarife aushandeln. Die Analysis Group setzte diese Tarife auch mit 33 weiteren digitalen Marktplätzen ins Verhältnis, auch hier würden meistens 30 Prozent Provision genommen.

Wirklich überraschend ist das allerdings nicht. Apple hat als Erfinder des App Store – der als erster der großen Online-Softwareläden wirklich erfolgreich war – diese Preise vorgelebt, die Konkurrenz folgte. Inkludiert ist zudem ein Vergleich mit anderen Marktplätzen wie Reiseportalen, Ride-Sharing-Diensten, Ticket-Verkäufern und Retail-Anbietern, der offenbar Apples Position als Unternehmen, das sich nicht stark von der Konkurrenz unterscheidet, untermauern soll. Hier nimmt etwa Airbnb bis zu 20 Prozent von Hotels, Amazon bis zu 17 Prozent von Marketplace-Händlern und Uber bis zu 25 Prozent von seinen Fahrern. Lieferdienste für Essen in den USA möchten bis zu 33 Prozent haben (Grubhub).

Die Studie führt weiterhin aus, dass Entwickler über den App Store "einen wesentlich höheren Anteil" am Umsatz erhalten als dereinst durch physische Retailer. Bei Videospielen erhielten Publisher und Entwickler weniger als 45 Prozent, bei Software zwischen 30 und 40 Prozent. Auch die harten Regeln im App Store – wie etwa die Provision auch für In-App-Verkäufe – ist laut der Untersuchung nicht ungewöhnlich. Auch E-Commerce-Anbieter hätten dies – sowie Vertragsbestandteile, die es verbieten, über andere Kanäle zu verkaufen.

Apple kämpft aktuell an mehreren Fronten gegen Kartellwächter. So untersucht die EU-Kommission den App Store auf Wettbewerbsverstöße und in den USA beschäftigt sich das Parlament mit möglichen Kartellproblemen – allerdings nicht nur bei Apple, sondern auch bei der Konkurrenz. (bsc)