Vor 20 Jahren: Apples iPod bringt 1000 Songs in die Hosentasche

Mit einer kleinen Festplatte und iTunes-Sync stellte der iPod den MP3-Player-Markt auf den Kopf – und katapultierte Apple in den Mainstream.

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iPod 2001

(Bild: dpa, Apple)

Von
  • Leo Becker

Apples iPod wird 20. Wenige Wochen nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 betrat Apple-Gründer Steve Jobs vor 20 Jahren die Bühne und präsentierte einen kompakten MP3-Player im Format eines dicken Kartenspiels – mit einer damals neuen 1,8"-Festplatte von Toshiba, die das Gerät in dieser Form erst möglich machte.

"Ein Audio-Player mit eingebauter Mini-Festplatte soll Apple die Tür zum Hifi-Consumermarkt öffnen", schrieb Christoph Laue damals in einer Meldung für heise online. "Der iPod speichert etwa 1000 Songs im MP3-Format mit 160 Kbit/s auf der 5 GByte großen Festplatte. Er beherrscht MP3 in verschiedenen Kompressionsraten bis 320 Kbit/s mit fester wie variabler Bitrate, aber auch WAV oder AIFF. Updatefähige Firmware gewährleistet laut Apple auch die spätere Anpassung an neue Musikformate. Ein 32-MByte-Cache soll bis zu 20 Minuten zwischenspeichern und die unterbrechungsfreie Wiedergabe auch beim Joggen sicherstellen. Für die Datenübertragung zwischen Rechner und Player kommt erstmals die FireWire-Schnittstelle zum Einsatz. Damit lassen sich die Songs einer CD laut Apple binnen zehn Sekunden übertragen. Der iPod ist aber nicht nur ein Musikplayer, sondern kann wie eine externe Festplatte auch für den Datentransport genutzt werden."

In Foren stieß der erste iPod auf Kopfschütteln und Spott, nicht zuletzt wegen eines Preises von über 500 Euro. Legendär ist der Kommentar des Slashdot-Mitgründers CmdrTaco: "No wireless. Less space than a nomad. Lame." (übersetzt etwa "Kein Funk. Weniger Speicherplatz als ein Nomad. Schnarch").

Apples iPod über die Jahre (16 Bilder)

iPod von 2001

Ungefähr so groß wie ein Satz Spielkarten, zudem Hosentaschen-kompatibel: Der klassische iPod gab das Design vor.
(Bild: Apple)

Doch der iPod stellte den kleinen Markt für MP3-Player schnell auf den Kopf, anfangs noch begrenzt durch die Mac-Voraussetzung. Den Verkaufsturbo zündete Apple dann 2003 mit iTunes für Windows, Musikverkauf im iTunes Store und einem iPod mit Dock-Connector, der sich auch simpel an PCs anschließen ließ.

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Immer kleinere und billigere Modelle sorgten im Anschluss für eine sprunghaft wachsende Kundschaft und verwandelten den Computer-Nischenhersteller Apple zur Mainstream-Marke. Zugleich spülten die iPods viel Geld in Apples Kassen, der Musik-Player stellte zeitweise fast die Hälfte des Unternehmensumsatzes. So schaffte er mit die Basis für Apples nächstes großes und gewagtes Projekt – das iPhone.

Den klassischen iPod mit Festplatte beerdigte Apple erst 2014, man habe keine Teile mehr dafür bekommen können, erläuterte Apple-Chef Tim Cook damals. Noch heute gibt es Nutzer und Sammler, die wehmütig an den alten Modellen festhalten – einem "puren" Musik-Player ohne Cloud-Streaming und stete Ablenkung durch Push-Nachrichten. Mit dem iPod touch hält Apple noch einen letzten iPod im Programm, der mit den Vorfahren allerdings nur noch den Namen gemein hat.

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(lbe)