Vor Missionsende: Fliegende Sternwarte SOFIA zum letzten Mal in Neuseeland

Das weltweit einzigartige Observatorium SOFIA führt jetzt zum letzten Mal Beobachtungen von der Südhalbkugel durch. Im Herbst wird es stillgelegt.

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SOFIA

(Bild: NASA)

Von
  • Martin Holland

Das größte fliegende Observatorium der Welt ist zum siebten und letzten Mal in Neuseeland eingetroffen, um Beobachtungen des Südhimmels durchzuführen. Die SOFIA besteht aus einer umgebauten Boeing 747, in deren Rumpf ein 17 Tonnen schweres Spezialteleskop untergebracht ist, das auf Beobachtungen im fernen Infrarot spezialisiert ist.

Die Boeing 747 des Stratosphären-Observatoriums für Infrarot-Astronomie SOFIA war wegen der Coronapandemie zwei Jahre lang nicht dort.

Um nördlich des Äquators nicht sichtbare Bereiche des Nachthimmels zu erforschen, ist sie regelmäßig auf der Südhalbkugel im Einsatz – in diesem Jahr bereits für zwei Wochen nach Chile. Im Frühjahr hatten die US-Weltraumagentur NASA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt entschieden, die Mission des einzigartigen Instruments einzustellen. Die Kosten stünden nicht in einem angemessenen Verhältnis zum wissenschaftlichen Nutzen.

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Wie die für die wissenschaftliche Arbeit von SOFIA zuständige USRA (Universities Space Research Association) jetzt erklärt, soll SOFIA bei seinen letzten Flügen von Neuseeland aus unter anderem die Magnetfelder unserer Heimatgalaxie kartieren. Außerdem möchten sie an einen der größten Erfolge des Teleskops anknüpfen und bestimmte Hydrid-Moleküle erforschen. Mit denen hat einst die Chemie im Universum angefangen, SOFIA hat sie erstmals nachgewiesen.

Nun soll über weitere Messungen unter anderem die kosmische Strahlung erforscht werden. Für die wird auf SOFIA zuerst ein Instrument namens HAWC+ (High-resolution Airborne Wideband Camera Plus) genutzt. Ist die Messung fertig, wird das Instrument ausgebaut und durch das deutsche GREAT (German REceiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) ersetzt. Insgesamt plant das Team in Neuseeland 32 Flüge.

Wenn die Mission im September dieses Jahres endet, wird das Gerät innerhalb von acht Jahren rund 800 Flüge absolviert haben. Den Großteil der Kosten trägt die NASA, Deutschland steuert etwa 20 Prozent der Betriebskosten von rund 85 Millionen US-Dollar pro Jahr bei. Stationiert ist das Flugzeug in Palmdale in Kalifornien. Der Ausflug nach Neuseeland ist jedoch der letzte, für den das Flugzeug die USA verlässt.

(mho)