"Vorfall" beim Verpacken: Start des Weltraumteleskops James Webb verzögert sich

Bei den Startvorbereitungen des James-Weltraumteleskops kam es zu einer plötzlichen Vibration des Instruments. Das muss nun durchgecheckt werden.

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Das JWST in Kourou

(Bild: NASA/Chris Gunn)

Von
  • Martin Holland

Nach einem "Vorfall" bei der Startvorbereitung des Weltraumteleskops James Webb muss der um mindestens vier Tage nach hinten verschoben werden. Das teilten die NASA und Arianespace mit. Demnach hat sich vor der Integration des Weltraumteleskops in die Nutzlastverkleidung plötzlich und ungeplant ein Klemmband gelöst, woraufhin das gesamte Instrument vibriert hat. Das geschah demnach unter der Verantwortung von Arianespace. Umgehend sei ein von der NASA geführtes Untersuchungsteam zusammengerufen worden, das nun sicherstellen soll, dass das Teleskop nicht beschädigt wurde. Bis zum Ende der Woche soll ein Ergebnis vorliegen, der geplante Starttermin am 18. Dezember werde aber sicher nicht gehalten.

Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) ist der heiß ersehnte Nachfolger für das altersschwache – und gegenwärtig nicht arbeitende – Weltraumteleskop Hubble und ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der kanadischen CSA. Ursprünglich sollte es schon 2007 starten, aber es kam zu immensen Verzögerungen und Kostensteigerungen. Zwischenzeitlich hatte der US-Kongress einen Kostendeckel von etwa 9 Milliarden US-Dollar festgelegt, der wurde aber auch gerissen. Zuletzt hatte die Corona-Pandemie für weitere Verzögerungen gesorgt. Mitte Oktober war das Instrument dann per Schiff in Französisch-Guayana angekommen, von wo aus es ins All gebracht werden soll, um dann ab Mitte 2022 unter anderem in die Frühzeit des Universums zurückzugucken.

Seit der Ankunft in Südamerika wurde das Gerät in einem riesigen Reinraum im Weltraumbahnhof Kourou ausgepackt und für den Start mit einer Ariane 5 vorbereitet. Hat es seinen geplanten Arbeitsort am sogenannten Lagrange-Punkt L2 dann erreicht, muss es in einem äußerst komplizierten Prozess mit vielen möglichen Fehlerquellen den riesigen Spiegel ausklappen. Anders als beim Weltraumteleskop Hubble können aber keine nachträglichen Reparaturen durchgeführt werden, denn JWST wird viermal so weit von der Erde entfernt sein wie der Mond. Aktuell gibt es kein Raumfahrzeug, dass Menschen dorthin bringen könnte. Sicherzugehen, dass das alles klappt, sei die zusätzliche Wartezeit nun sicher wert, meint deswegen Thomas Zurbuchen, der Wissenschaftschef der NASA.

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(mho)