Vredefort-Krater: Asteroideneinschlag war der heftigste der Erdgeschichte

Bislang galt der Himmelskörper, der die Dinosaurier auslöschte als der größte, der einen Krater hinterlassen hat. Nun gibt es wohl einen neuen Rekordhalter.

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(Bild: Marko Aliaksandr/Shutterstock.com)

Der Einschlagskrater Vredefort in Südafrika ist offenbar deutlich größer als gedacht und der dort eingeschlagene Himmelskörper war wohl größer als der, der vor rund 66 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgelöscht hat. Zu diesem Schluss ist ein Forschungsteam der Universität Rochester im US-Bundesstaat New York unter anderem auf Basis verbesserter Simulationen gekommen. Aktuellen geologischen Untersuchungen zufolge habe der Krater nach seiner Entstehung einen Durchmesser von 250 bis 280 km gehabt, schreiben sie. Der verantwortliche Himmelskörper müsste dann 20 bis 25 km groß und 15 bis 20 km/s (54.000 bis 72.000 km/h) schnell gewesen sein.

Entstanden ist der Vredefort-Krater vor zwei Milliarden Jahren, also lange vor dem Chicxulub-Krater, mit dessen Entstehung die Ära der Dinosaurier geendet hat. Weil schon dieser Einschlag auf dem ganzen Globus immense schädliche Folgen hatte – darunter eine Erderwärmung, großflächige Waldbrände, sauren Regen und die Zerstörung der Ozonschicht – müssten die Folgen des früheren Einschlags noch schlimmer gewesen sein, schreibt das Team. Weil es damals aber lediglich einzellige Lebewesen gab und außerdem deutlich mehr Zeit vergangen ist, seien keine Spuren davon mehr übrig geblieben. Es sei aber davon auszugehen, dass damals so viel Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre geschleudert wurde, dass die globalen Temperaturen um mehrere Grad Celsius angestiegen sind.

Anhand der Simulationen konnte das Team aber nicht nur mehr Einzelheiten über den dramatischen Einschlag vor zwei Milliarden herausfinden, sondern auch über das damalige Aussehen der Erde. So hätten die Simulationen gezeigt, dass Gebiete, die heute in der nordosteuropäischen Region Karelien liegen, damals nur etwa 2000 Kilometer von dem Einschlagsort entfernt waren. Dort ist Material gefunden worden, das hochgeschleudert wurde, aber die Rekonstruktion der damaligen Landmassen sei sehr schwierig. Mit den neuen Daten und Modellen könne man die weiter verbessern. Überdies trägt die Arbeit weiter dazu bei, die Geschichte der heftigen Einschläge auf der Erde zusammenzutragen. Die Forschungsarbeit wurde im Fachmagazin Journal of Geophysical Research veröffentlicht.

(mho)