Vulkanausbruch auf Hawaii: Berühmte Messung der CO₂-Konzentration unterbrochen

Seit über 60 Jahren wird auf dem Mauna Loa fast ununterbrochen der CO₂-Anteil der Atmosphäre ermittelt. Jetzt musste die Messung unterbrochen werden.

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(Bild: USGS)

Wegen des Ausbruchs des Vulkans Mauna Loa auf der Insel Hawaii muss die längste kontinuierliche Aufzeichnung der CO₂-Konzentration in der Erdatmosphäre nach fast 40 Jahren ohne Pause erneut unterbrochen werden. Wie es auf der Seite der Messstation Mauna Loa heißt, hat Lava der Eruption am 29. November die Zugangsstraße überquert und dabei die Stromleitungen vor Ort zerstört. Deshalb habe die Datensammlung vor Ort ausgesetzt werden müssen. Die Station sei aktuell nicht zugänglich, das Personal sei in Sicherheit. Wann die Messungen wieder aufgenommen werden können, ist damit aktuell nicht absehbar.

Blick auf einen der Lavaströme

(Bild: USGS)

Das Mauna Loa Observatory sammelt seit 1958 verschiedene Daten zur Zusammensetzung und Veränderung der Erdatmosphäre. Am Nordhang des Mauna Loa ist es nicht nur weit von menschlichen Ansiedlungen und den damit verbundenen Emissionen entfernt, wegen der spärlichen Vegetation hat auch die Fauna einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die Messdaten. Die Anlage steht in fast 3400 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Neben den Daten zum CO₂-Anteil gibt es von dort auch Langzeitmessreihen zu Kohlenstoffmonoxid, Methan, Fluorchlorkohlenwasserstoffen, Ozon, Schwefeldioxid, Distickstoffmonoxid, Radon und mehr. Mit den Daten werden unter anderem Satelliten und andere Messtationen in aller Welt kalibriert.

Die "Keeling-Kurve" der CO₂-Konzentration

(Bild: NOAA)

Weltbekannt ist aber vor allem die Messung, die den kontinuierlichen Anstieg der CO₂-Konzentration zeigt. Diese sogenannte "Keeling-Kurve" ist einer der bekanntesten Belege für die von Menschen verursachte Klimaerwärmung. Sie zeigt, wie die CO₂-Konzentration in der Erdatmosphäre von unter 320 ppm (Anteile pro Million) auf inzwischen fast 420 ppm gestiegen ist. Unterbrochen wurden die Messungen laut der Universität von Kalifornien, San Diego lediglich in den 1960er-Jahren wegen Finanzierungsproblemen durch die Behörden und 1984, als der Mauna Loa zum letzten Mal ausgebrochen ist. Angesichts der inzwischen weltweiten Messungen, dürften die jetzt auftretenden Lücken zu füllen sein, sagt der Atmosphärenforscher Ralph Keeling gegenüber New Scientist.

Die aktuelle Eruption des Mauna Loa hat am späten Sonntagabend begonnen, bislang beschränkt sich das Geschehen auf den Krater Moku'āweoweo auf dem Berggipfel. Eine Gefahr durch Lavaströme besteht laut der US-Erdbebenwarte USGS aktuell nicht. Begleitet wurde der Ausbruch bislang von mehreren kleinen Erdbeben. Auf einer eigenen Seite trägt die Forschungsbehörden Fotos und Videos des Ausbruchs zusammen.

(mho)