WLAN-fähige Speicherkarte

Eine Mikro-SD-Karte kombiniert mit einem ESP8266-Modul und einem darauf installierten WebDAV-Server soll 3D-Drucker netzwerkfähig machen.

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(Bild: AliExpress)

Von
  • Heinz Behling

Die meisten preiswerten 3D-Drucker möchten Druckdateien mangels Netzwerkverbindung auf einer Speicherkarte oder über den USB-Anschluss serviert bekommen. Das ist nicht nur lästig, sondern auf Dauer für den Drucker-Kartenslot nicht gesund.

Das Projekt ESPWebDAV des github-Users ardyesp geht da einen eleganteren Weg: Über einen SD-Karten-Adapter verbindet es eine Mikro-SD-Karte nicht nur mit den Anschlüssen des Adapters, sondern auch mit einem ESP8266-Modul. Auf diesem arbeitet ein WebDAV-Server (Web-based Distributed Authoring and Versioning, Internet-Protokoll zur Übertragung von Dateien), mit dessen Hilfe Dateien übers Netzwerk auf dem Kartenspeicher abgelegt werden können.

Wenn Ihnen das bekannt vorkommt: Etwas Ähnliches gab es unter dem Namen Eyefi. Diese vor allem für Kameras gedachten Speicherkarten konnten Dateien über WLAN auf einen Internetserver des Kartenherstellers übertragen, von wo aus man dann darauf zugreifen konnte. Nach Abschalten dieses Servers ließ sich diese Netzwerkfunktion jedoch nicht mehr nutzen, einen lokalen Zugriff erlaubten die Eyefi-Karten nicht. Das ist bei diesem Projekt anders, denn der Server liegt hier nicht irgendwo im Internet, sondern auf dem ESP-Modul.

Der Schaltplan der WLAN-fähigen Speicherkarte: Der Speicher kann wie üblich über den SD-Karten-Anschluss, aber auch vom ESP beschrieben und gelesen werden.

Der Karten-Adapter mitsamt Server steckt im Drucker und wird von ihm mit Strom versorgt. Über seine Web-Oberfläche schickt man die Druckdateien zum Kartenspeicher. Der Drucker kann darauf ganz normal zugreifen, da währenddessen die Server-Software weitere Zugriffe durch den ESP blockiert.

Hardwaremäßig wird das WLAN-Speicherkarten-Projekt jetzt noch einfacher, denn die Hardware gibt es nun bei AliExpress fix und fertig zu kaufen.

Die Schaltung gibt es fertig zu kaufen.

(Bild: Aliexpress)

Die SD-WIFI genannte Schaltung zum Preis von 14,60 Euro besitzt sogar eine USB-Schnittstelle zur Programmierung des ESPs. Das erspart die lästige Verkabelung mit einem Programmer. Falls der Drucker nur einen Mikro-SD-Kartenslot besitzt, braucht man noch einen entsprechenden Adapter.

Im 3D-Drucker muss man den Druckvorgang jedoch immer noch von Hand starten. Eine Modifikation der Drucker-Firmware könnte jedoch auch das überflüssig machen, wenn man die Karte beispielsweise ständig vom Drucker auf neue Dateien überprüfen und beim Erkennen neuer Files automatisch starten ließe.

Im Prinzip wäre solche eine Schaltung auch für andere mit SD-Karten arbeitende Geräte interessant. In einigen Fällen, wie etwa bei Spiegelreflex-Kameras von Canon, funktioniert das jedoch nicht ohne zusätzliche Bastelei. Die übergroße Hardware passt nämlich nicht in einen SD-Slot mit Deckel, sie steht einige Zentimeter heraus. Das verhindert das Schließen des Kartenfachs und des daran montierten Schalters. So arbeitet die Kamera nicht.

(hgb)