WWDC: Headset kommt trotz interner Vorführung und Markenantrag wohl doch nicht

Einem treffsicheren Analysten zufolge braucht Apple noch länger, bis sein erstes Mixed-Reality-System gezeigt wird. Apple fürchtet sich angeblich vor Kopierern.

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Wann vermischt Apple endlich Realitäten?

(Bild: PopTika/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Wann kommt endlich Apples seit Jahren in Vorbereitung befindliches Mixed-Reality-Headset? Die für High-End-Anwendungen gedachte Hardware, die zwischen 2000 und 3000 US-Dollar kosten soll und wohl unter anderem 15 Kameras mit mehreren Mini-OLED-Displays verbindet, wird schon lange erwartet. Zuletzt hatten sich Spekulationen verdichtet, dass der Konzern es am kommenden Montag (6. Juni) auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC 2022 erstmals zeigen könnte.

Dafür sprach unter anderem, dass die Hardware dem obersten Gremium des Konzerns, dem Board of Directors, wohl bereits vorgeführt wurde. Außerdem machte sich das für das Headset gedachte Betriebssystem realityOS mit einem Markenantrag einer Apple-Strohfirma bemerkbar. Nun behauptet ein häufig treffsicherer Analyst allerdings, dass die offizielle Ankündigung der Hardware doch noch "eine Weile" dauern werde. So steht angeblich die Massenproduktion noch nicht an.

Wie Ming-Chi Kuo vom taiwanischen Geldhaus TF International Securities weiter mitteilt, fürchtet Apple seine Wettbewerber, die Funktionen kopieren könnten, sollte die Hardware einen zu langen Vorlauf haben. Andererseits hat Apple in der Vergangenheit durchaus zentrale Produkte vorab angekündigt, darunter etwa das erste iPhone oder die Apple Watch. So kam die Computeruhr im September 2014 erstmals ans Licht der Öffentlichkeit, Verkaufsstart war aber erst im April 2015. Apple dachte hierbei wohl jeweils, dass seine Hardware derart revolutionär ist, dass Konkurrenten dem Konzern die Butter nicht vom Brot nehmen könnten.

Wie das jetzt beim ersten Headset des Konzerns ist, das Virtual Reality mit Augmented Reality vermischen soll, ist unklar. Kuo jedenfalls sagt, dass Apple das "AR/MR Headset und das spekulierte realityOS nicht auf der WWDC in diesem Jahr" vorführen werde. "Apples Wettbewerber können es nicht abwarten, die Hardware-Spezifikationen und das Betriebssystemdesign (...) zu sehen", schreibt er.

Er sei überzeugt davon, dass eine zu frühe Vorführung dazu führen werde, "dass die Konkurrenz sofort Copycat-Projekte" starte und "Apples exzellente Ideen" stiehlt. "Und dann noch vor dem Verkaufsstart von Apple im Jahr 2023 im Laden ist." Daher hält es Kuo offenbar für wahrscheinlicher, dass Hard- und Software erst im kommenden Jahr gezeigt werden. Tatsächlich gab es bereits im Januar Hinweise darauf, dass Apple das Projekt auf 2023 verschoben hat. Für einen größeren Vorlauf spricht hingegen die Tatsache, dass Entwickler zunächst Zeit benötigen, erste Apps für realityOS zu entwerfen; dies könnten sie aber wohl kaum ohne Hardware-Prototypen tun.

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(bsc)