Warner Bros.: "Matrix 4" und "Dune" gleichzeitig auf HBO Max und im Kino

Warner Bros. will alle seine 2021 erscheinenden Filme gleichzeitig im Kino und auf HBO Max anbieten – zumindest in den USA. Dazu gehören "Dune" und "Matrix 4".

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 64 Beiträge

(Bild: WarnerMedia)

Von
  • Daniel Herbig

Im kommenden Jahr sollen alle Filme des Medienkonzerns Warner Bros. gleichzeitig im Kino und auf dem Streaming-Dienst HBO Max erscheinen. Laut Warner gilt das nur für den US-amerikanischen Heimatmarkt. In Deutschland wird der zu Warner gehörende Streaming-Dienst ohnehin nicht angeboten.

Die Entscheidung gilt ausschließlich für 2020, betont Warner-Managerin Ann Sarnoff in einer Pressemitteilung. Wegen der Coronapandemie geht Warner davon aus, dass Kinos im kommenden Jahr noch mit reduziertem Publikum rechnen müssen. Die Kompromisslösung soll Kinobetreiber mit hochwertigen Inhalten versorgen, gleichzeitig aber die breite Verfügbarkeit der Filme auch für Nutzer sicherstellen, die lieber zuhause bleiben möchten.

Alle für 2021 angesetzten Spielfilme von Warner erscheinen zwar pünktlich zum Kinostart auf HBO Max, bleiben dort aber nur einen Monat. Im Anschluss verschwinden sie wieder vom Streaming-Dienst. Von einer Zusatzzahlung zum Schauen der aktuellen Filme, wie sie beispielsweise Disney bei Mulan umgesetzt hat, ist in der Mitteilung keine Rede. HBO Max kostet in den USA regulär 15 US-Dollar pro Monat.

Zu den Filmen, die Warner für 2021 eingeplant hat, gehören neben "Matrix 4" und "Dune" auch "Mortal Kombat", "Godzilla vs. Kong" und "Space Jam: A New Legacy".

Seit Jahren ist die Zahl der Kinobesucher rückgängig, durch die Coronapandemie brachen die Einnahmen von Kinobetreibern aber noch stärker ein. Für viele Filmproduzenten ist es daher attraktiver, ihre Titel direkt auf Streaming-Plattformen zu veröffentlichen. Die Kinobranche rebelliert gegen diesen Schritt und setzt sich weiterhin für klassische Release-Fenster ein.

Zwischen der Kinokette AMC Theaters und dem Medienkonzern NBCUniversal kam es schon im Frühjahr zum Kräftemessen: NBC hatte angekündigt, einige Filme auch nach der Coronapandemie parallel zum Kinostart auf Streaming-Diensten veröffentlichen zu wollen. AMC drohte daraufhin mit dem Boykott aller Filme von NBC-Universal. Die beiden Unternehmen einigten sich später auf eine Kompromisslösung: Filme sollen nach nur drei Kino-Wochenenden auf Streaming-Diensten erscheinen können.

Auch Disney hat sich während der Coronapandemie verstärkt auf den eigenen Streaming-Dienst Disney+ konzentriert: Der Actionfilm "Mulan", der ursprünglich fürs Kino produziert worden war, erschien schließlich direkt auf Disney+. Um ihn direkt zum Start sehen zu können, mussten Nutzer allerdings zusätzlich zum Abopreis einmalig 22 Euro zahlen.

(dahe)