Was Facebook, Google, Twitter und andere gegen Desinformation zu Covid-19 machen

Die drei Plattformen plus Microsoft und TikTok berichten der EU-Kommission, wie sie gegen falsche und irreführende Informationen vorgehen.

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Verlauf der neu bestätigten Infektionen und Siebentagedurchschnitt für Niedersachsen, wie er auf bing.de dargestellt wird.

(Bild: Bing)

Von
  • Andreas Wilkens

Facebook, Twitter, TikTok, Microsoft und Google haben der EU-Kommission Berichte dazu vorgelegt, wie sie im Mai dieses Jahres gegen falsche und irreführende Informationen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie vorgegangen sind. Facebook beispielsweise hat gemeldet, dass seine im April eingeführten Profilbilderrahmen, die Menschen dazu ermutigen sollen, sich impfen zu lassen, im Mai von mehr als 5 Millionen Nutzern weltweit verwendet wurden.

Außerdem hat das größte Social Network in der EU über 62.000 irreführende Inhalte auf Facebook und Instagram entfernt. Das seien 15.000 mehr als im Vormonat. Twitter hat laut Bericht seine Benachrichtigungen aktualisiert, damit Nutzer besser informiert werden, wenn ihre Tweets gekennzeichnet oder entfernt werden. 1340 Twitter-Accounts wurden gesperrt und knapp 38.000 Tweets entfernt.

TikTok arbeitete gemeinsam mit dem italienischen Jugendministerium an einer Kampagne zur Förderung von Impfungen, die zu einem zehnfachen Anstieg der mit Impfstoffen gekennzeichneten Videos in ganz Europa im Vergleich zum Vormonat geführt hat, berichtet die EU-Kommission.

Google hat eine Liste für seine Suche eingeführt, in der zugelassene Impfstoffe, Statistiken und Informationen präsentiert werden. Der Suchmaschinenbetreiber führt derzeit zusätzliche Informationen darüber ein, wo sich die Menschen impfen lassen können. Microsofts Suchmaschine Bing zeigt zu Stichwörtern rund um die Pandemie spezielle Informationen, die im Mai von 2 Millionen Nutzern in der EU genutzt wurden. 350.000 Werbeeinblendungen wurden auf Bing getilgt, die gegen die Nutzungsbedingungen einschließlich zu Impfung und Pandemie verstießen.

Die Plattformen haben den Verhaltenskodex zur Desinformation unterzeichnet und legen ihre Berichte im Rahmen des "Überwachungs- und Berichterstattungsprogramms COVID19" vor. Věra Jourová, Vizepräsidentin für Werte und Transparenz, erläutert: "Die Pandemie hat uns alle daran erinnert, dass richtige und rechtzeitige Informationen Leben retten und die Genesung unterstützen können. Dieses Überwachungsprogramm bleibt ein Prüfstein für die Plattform, der in die Weiterentwicklung des Verhaltenskodexes für Desinformation einfließen wird." Allerdings will die EU-Kommission zu den Vorkehrungen der Plattform detailliertere Daten, um die Überwachung der Selbstverpflichtung zu verbessern.

Facebook, Twitter und andere Unternehmen hatten 2018 einen freiwilligen Verhaltenskodex unterzeichnet und berichten regelmäßig an die EU-Kommission. Vor einem Jahr verlangte die Kommission von den Plattformen, darlegen, wie sie in der Pandemie zuverlässige Beiträge fördern und mit Falschinformationen umgehen.

(anw)