Wasserdichtes iPhone: Millionenstrafe gegen Apple wegen irreführender Werbung

Italienische Regulierer haben Apple eine Strafe von 10 Millionen Euro auferlegt. Die Angaben zur iPhone-Wasserresistenz seien "irreführend und aggressiv".

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 239 Beiträge

(Bild: WDnet Creation/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Italienische Wettbewerbshüter gehen gegen Apple-Werbebotschaften vor: Die Vermarktungspraktiken des Herstellers rund um die Wasserdichtigkeit verschiedener iPhone-Modelle seien sowohl "irreführend" als auch "aggressiv", wie die Wettbewerbsbehörde Autorità garante della concorrenza e del mercato (AGCM) am Montag in Rom mitteilte. Wegen unlauterer Geschäftspraktiken sollen zwei Apple-Töchterunternehmen deshalb insgesamt 10 Millionen Euro Strafe zahlen.

Die Regulierer monieren, dass Apple die Smartphone-Modellreihen von iPhone 8 bis hin zu iPhone 11 mit dem Hinweis als wasserresistent bewarb, die Geräte sollen bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von – je nach Modell – 1 bis 4 Metern überstehen. Dabei habe Apple etwas in Werbespots jedoch nicht klargestellt, dass es sich bei diesen Werten um Angaben zu Tests unter spezifischen Bedingungen handele – etwa im Labor mit "ruhigem und reinem Wasser" – und nicht um die "normalen Bedingungen", denen die Smartphones beim Kunden ausgesetzt sind. Im Kleingedruckten hält Apple inzwischen fest, man habe dies und "kontrollierten Laborbedingungen" getestet.

Apples Anmerkung, dass Flüssigkeitsschäden zudem nicht von der Garantie abgedeckt werden, könne Endverbraucher täuschen, weil dabei nicht klar zwischen Herstellergarantie ('garanzia convenzionale') und Gewährleistung ('garanzia legale') unterschieden wird, so die italienische Wettbewerbsbehörde weiter.

Dass Apple iPhone-Garantieleistungen bei der Feststellung von Feuchtigkeit verweigert, sei zudem eine "aggressive kommerzielle Praktik" und hindere den Kunden daran, seine Rechte als Verbraucher wahrnehmen zu können, führt die AGCM aus. Neben der verhängten Millionenstrafe muss Apple zudem einen Hinweis zu der Angelegenheit auf der eigenen Webseite in Italien einblenden. Die Wettbewerbshüter verurteilten Apple bereits 2018 zu einer Strafe von 10 Millionen Euro wegen der Leistungsdrosselung bei iPhones.

Bei iPhone-Wasserschäden zeigt sich Apple nur manchmal kulant. Der Hersteller verweist im Kleingedruckten darauf, dass der Wasserschutz der iPhones "nicht dauerhaft" ist und sich schon durch "normale Abnutzung" im Laufe der Zeit verringern kann.

(lbe)