Wasserstoff: Airbus-Pläne für Brennstoffzellen-Motor werden konkreter

Der europäische Flugzeughersteller will eine Großraummaschine A380 für den Betrieb mit Brennstoffzellen umrüsten.

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Modell eines Brennstoffzellenmotors aus dem Computer.

(Bild: Airbus)

Airbus will einen Brennstoffzellen-Motor für Flugzeuge entwickeln und diesen in ein Großraum-Langestreckenflugzeug einbauen. Die dafür vorgesehene Maschine A380 MSN1 werde dafür zurzeit modifziert, gab der Flugzeughersteller auf seiner Veranstaltung Airbus Summit in Toulouse bekannt. Etwa Mitte dieses Jahrzehnts könnte das Flugzeug mit dem Antrieb an Bord testweise abheben, lautet der Plan.

Bis 2035 will Airbus laut seinem Konzept ZEROe das erste emissionsfreie kommerziell betriebene Flugzeug vorstellen. Wasserstoff sieht der Hersteller dabei als vielversprechend an – vorausgesetzt, dass ausreichend Wasserstoff zur Verfügung steht. Dieser könne direkt in einer Turbine verbrannt werden, dafür rüstet Airbus momentan ebenfalls eine A380 um.

Eine andere Möglichkeit ist, den Wasserstoff in Brennstoffzellen in Strom umzuwandeln, mit dem ein Propellermotor betrieben wird. Wie dieser Motor künftig aussehen soll, hat Airbus nun gezeigt.

Um die Brennstoffzellen-Technik zu entwickeln und voranzutreiben, gründete Airbus im Oktober 2020 ein Joint Venture mit Elring Klinger. Zuvor hatte der deutsche Automobilzulieferer dem Flugzeughersteller Brennstoffzellenstacks und einen Teststand geliefert. Im Dezember 2020 zeigte Airbus das Konzept "Pod", bei dem sechs mit Wasserstoff betriebene Propellermotoren unter den Tragflächen montiert werden. Glenn Llewellyn, der bei Airbus für die Entwicklung emissionsfreier Flugzeuge verantwortlich ist, meint laut Mitteilung, Brennstoffzellentriebwerke könnten eine Reichweite von 1000 Seemeilen (knapp 1900 km) für Flugzeuge mit 100 Passagieren ermöglichen.

Airbus Konzept ZEROe (11 Bilder)

Die Flügelform dieses Konzepts, das für 200 Passagiere gedacht ist, soll Wasserstoff viel Platz bieten.
(Bild: Airbus)

In den Brennstoffzellen, die Airbus verwenden will, reagiert Wasserstoff mit dem Sauerstoff aus der Luft, damit entstehen Strom, Wasser und Wärme. Der Strom wird von einer Leistungselektronik in so umgewandelt, dass die Elektromotoren versorgt werden können. Besonders an der "Pod"-Konfiguration sei unter anderem, dass sie schnell abzunehmen seien und so gewartet oder auch betankt werden können, erläuterte Airbus.

(anw)