Web-Tipps: Knolling, Windows XP per CSS, Corona

Aufgeräumte Kunst, ein Blick zurück auf alte Interfaces und kreative Gedanken zur aktuellen Corona-Situation aus aller Welt präsentieren wir in den Web-Tipps.

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Von
  • Dorothee Wiegand
  • Sylvester Tremmel

simonpuschmann.com/albums/wastelands

horizonte-zingst.de/blog/simon-puschmann-wastelands

Knolling nennt man eine besondere Form des Stilllebens, für die Objekte der Größe nach sortiert und gerade ausgerichtet nebeneinander liegend dargestellt werden – meistens als Fotografie. Bekannt wurde das Knolling, das derzeit auf Instagram und Pinterest ein Trend ist, auch durch den Schweizer Ursus Wehrli und seine Bestseller-Bilderbücher mit dem Titel „Kunst aufräumen“. Der Fotograf Simon Puschmann hat Müll gesammelt und in der Knolling-Fotoserie Wastelands festgehalten. Jede Menge Kronkorken und Kippen vom Isarufer, „Jupiter“-Bierdosen und Zigarettenschachteln aus Brüssel – alles hat er fein säuberlich arrangiert.

(Bild: Simon Puschmann)

Puschmann plant insgesamt 30 Werke dieser Art. Die bisher fertiggestellten Müll-Collagen sind zurzeit in einer Open-Air-Installation auf dem Postplatz II im Ostseebad Zingst zu sehen. In einem Interview mit Edda Fahrenhorst vom Umweltfotofestival „horizonte zingst“ erzählt Puschmann vom Abfallsammeln in München und Malaysia und wie er auf die ausgefallene Idee gekommen ist. (dwi)


github.com/botoxparty/XP.css

github.com/jdan/98.css

Früher war bekanntlich alles besser: Technik war simpler, Programme waren keine Web-Apps und Benutzerinterfaces waren blauer – oder grauer, je nachdem. Zumindest für letzteres gibt es Abhilfe. XP.css und 98.css sind „Design-Systeme“, die es Webseiten erlauben, wie Windows XP beziehungsweise Windows 98 auszusehen. XP.css entstand aus 98.css (und kann auch selbst Windows 98 nachahmen), aber die beiden Projekte stammen von verschiedenen Entwicklern und werden auch beide noch unterhalten.

Als Webentwickler mit Sehnsucht nach der Vergangenheit bindet man in beiden Fällen nur eine CSS-Datei ein. Die Designs lassen sich dadurch sowohl in bloßen HTML-Seiten nutzen als auch mit JavaScript(-Bibliotheken) kombinieren. Zur Beschreibung der UI nutzen beide Projekte relativ schlichtes semantisches HTML, sodass man schnell und ohne größere Verrenkungen im Code nostalgische Gefühle aufkommen lassen kann. Ob es einen darüber hinausgehenden „Use-Case“ gibt, sei dahingestellt – ein Blickfänger ist es allemal. (syt)


goethe.de/de/kul/ges/eu2/pco.html

Das Coronavirus kennt keine Ländergrenzen. Es bedroht die Gesundheit von Menschen rund um den Globus. Dennoch unterscheiden sich Reaktionen und Maßnahmen von Land zu Land, unter anderem je nach Zustand der Wirtschaft und des Gesundheitssystems. Bei den Ängsten – und mitunter auch bei den zaghaften Hoffnungen –, die die Pandemie bei Menschen auslöst, gibt es kulturelle Unterschiede.

Das Goethe-Institut hat seine zahlreichen Kontakte in Kultur, Politik und Wissenschaft um einen Beitrag für sein Projekt Danachgedanken gebeten. Das Ergebnis: hochinteressante, oft sehr persönliche Texte, Videos und sogar Comics von klugen Köpfen aus aller Welt zu der Frage, wie die Pandemie unser Leben verändert. (dwi)

Dieser Artikel stammt aus c't 19/2020.

(dwi)