Webentwicklung: Mozillas WebAssembly-Team für den Desktop wechselt zu Fastly

Als Folge der Massenentlassungen bei Mozilla wechselt nun das Wasm-Team für die Systemschnittstelle zum Cloud-Computing-Anbieter Fastly.

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(Bild: BytecodeAlliance.org)

Von
  • Silke Hahn

Die Entwicklung der Systemschnittstelle von WebAssembly (Wasm), das seit Ende 2019 ein offizieller W3C-Standard ist, wird nicht länger von Mozilla betrieben. Der Browserhersteller beschränkt sich künftig auf die Pflege der Browservariante des Bytecode-Formats samt zugehöriger Laufzeitumgebung zur Ausführung in Webbrowsern.

Die vormals bei Mozilla angestellten Spezialisten für die Desktop-Variante und die Systemschnittstelle wechseln geschlossen zu Fastly, einem Anbieter von Cloud-Computing-Diensten. Hintergrund sind die im August angekündigten Massenentlassungen bei Mozilla, die (im Gegensatz zum Rust-Projekt) dieses Team betreffen.

Die Bytecode Alliance hat anlässlich ihres einjährigen Bestehens nun den Wechsel des auf Wasm außerhalb des Web spezialisierten ehemaligen Mozilla-Teams in einem Blogbeitrag kundgetan und erwähnt darin, dass die Entwickler von Lucet und Wasmtime bei Fastly künftig gemeinsam ein Team bilden. Dieser Teil der Mitteilung dürfte wenig überraschen, da Fastly bereits im März 2020 angekündigt hatte, dass Lucet und Wasmtime gemeinsam an einem stärkeren Compiler arbeiten.

Mozilla, Fastly und Red Hat hatten vor einem Jahr eine Open-Source-Community namens Bytecode Alliance gegründet mit dem Ziel, die Entwicklung von WebAssembly zu einem eigenständigen Ökosystem auch außerhalb des Browsers voranzutreiben und neue, plattformübergreifende Standards zu setzen.

Zurzeit betreut die Vereinigung acht Projekte zur Ausführung von WebAssembly außerhalb des Browsers – darunter Lucet, WebAssembly Micro Runtime und Runtimes Wasmtime. Ziel der von dieser Vereinigung gepflegten Projekte ist das Erstellen sicherer Anwendungen, da ein Großteil des Codes modularer Apps von Einzelpersonen über Paketverwaltungen wie npm, PyPI und crates.io verfügbar gemacht wird. WebAssembly und speziell auch dessen Desktop-Variante soll die Nutzung dieser Ressourcen sicherer machen. Unter der Haube geht es dabei um Nanoprozesse, die abgesichert in einer Sandbox laufen und nur durch aktive Genehmigung Zugriff auf weitere Wasm-Module erhalten. Dieses Konzept soll das Ausnutzen von Schwachstellen im Code der einzelnen Module verhindern.

Mehr Details lassen sich dem Blog-Beitrag der Bytecode Alliance anlässlich ihres einjährigen Bestehens entnehmen, der die hier skizzierten Neuerungen kundtut sowie tiefergehend über Nanoprozesse und die Anliegen der Vereinigung berichtet.

(sih)