Weiche Roboterfinger hantieren geschickt mit Kabeln

US-Forscher zeigen haben Roboterfinger gezeigt, die bemerkenswert gut mit nachgiebigen, flexiblen Materialien zurechtkommen.

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(Bild: MIT)

Von
  • Hans-Arthur Marsiske

Wer eine Corona-Schutzmaske benutzt, die im Nacken verknotet werden muss, hat sich vielleicht schon gewundert, wie leicht das zu bewerkstelligen ist. Ohne hinzusehen lässt sich eine Schleife binden, nur mithilfe des Tastsinns. Robotern fällt so etwas bislang noch sehr schwer. Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeiten aber daran, auch Roboterhänden das nötige Geschick zu vermitteln.

In einem vom MIT veröffentlichten Video ist zu sehen, wie der Zwei-Finger-Greifer eines Roboters an einem Kabel entlang gleitet, bis das Ende mit dem Stecker erreicht ist. Diesen Stecker verbindet der Roboter dann mit einem Smartphone.

Ermöglicht wird dieser bemerkenswert sichere Umgang mit nachgiebigen, flexiblen Materialien durch hochauflösende taktile Sensoren in den ebenfalls nachgiebigen Fingern. Sie arbeiten mit dem am MIT entwickelten System GelSight, das es erlaubt, mithilfe von Kameras Verformungen der Finger im Mikrometerbereich wahrzunehmen. Auf Grundlage dieser Informationen lassen sich Reibungskräfte wie auch die Ausrichtung des Kabels einschätzen und der Griff entsprechend ausrichten.

Der Umgang mit weichen Objekten komme im Alltag sehr häufig vor, sagt Yu She, Hauptautorin der wissenschaftlichen Studie, und verweist neben Seilen und Kabeln etwa auf das Zusammenlegen von Kleidung oder Handtüchern. "Häufig hätten wir gerne Roboter, die uns dabei helfen können, insbesondere bei Tätigkeiten, die sich wiederholen, langweilig sind oder sogar gefährlich", sagt sie. Eine denkbare, wenn auch anspruchsvolle Anwendung sei das Nähen von Wunden.

Bis dieses System am menschlichen Patienten chirurgische Knoten knüpft, muss es aber wohl selbst erst noch einige Entwicklungsschleifen durchlaufen. So beobachteten die Forscher, dass es schwierig war, das Kabel zurückzuziehen, nachdem es den Rand des Fingers erreicht hatte. Das liege an der konvexen Oberfläche des GelSight-Sensors, dessen Form daher zukünftig entsprechend verbessert werden soll.

(axk)