Weltraumrover funktioniert in norddeutscher Sandkuhle

Der unter anderem vom DFKi entwickelte Rover "Sherpa TT" hat bei Bremen erfolgreich Testfahrten absolviert. Dabei agierte er weitgehend autonom.

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(Bild: DFKI GmbH, Annemarie Popp)

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  • dpa

Nicht dass es in Norddeutschland wie auf dem Mars aussieht – aber ein Weltraumroboter hat in einer Sandgrube bei Bremen erfolgreich autonome Testfahrten absolviert. Zuletzt habe der Rover "Sherpa TT" 500 Meter Strecke in drei Stunden bewältigt, teilte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen am Donnerstag mit.

Das DFKI und 13 europäische Partner haben den Rover in zweijähriger Arbeit so programmiert, dass er sich weitgehend selbst steuert. Bei der Erkundung des Mars oder beim Probensammeln auf dem Mond sollten Roboter im Idealfall so eigenständig wie möglich arbeiten, nannte das DKFI als Ziel. Sie sollten autonom navigieren und selbstständig wissenschaftlich interessante Stellen finden. Der Mensch könne wegen der verzögerten Kommunikation zu fernen Himmelskörpern nur bedingt in die robotischen Missionen eingreifen.

Das 150 Kilogramm schwere Fahrzeug kann wahlweise auf Rädern rollen oder über Hindernisse hinwegschreiten. Nach ersten Tests in einer Halle in Bremen seien weitere Fahrten in Spanien und auf der Kanareninsel Fuerteventura geplant gewesen. Diese fielen wegen Corona aus. Deshalb erkundete "Sherpa TT" im Freien zunächst die Bremer Galopprennbahn, dann "unter typisch norddeutschen Wetterbedingungen" fünf Wochen lang die Sandkuhle von Wulsbüttel (Landkreis Cuxhaven). Auch Bodenproben wurden aus dem Matsch eingesammelt und abgelegt.

(mho)