Weltraumteleskop Hubble: Nächster Verdacht – wohl keine zeitnahe Reparatur

Immer noch ist unklar, was genau am Weltraumteleskop Hubble kaputt ist. Bei der NASA hat man eine weitere Theorie und bereitet eine schwierige Abhilfe vor.

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(Bild: NASA/Smithsonian Institution/Lockheed Corporation)

Bei der NASA hat man immer noch nicht herausgefunden, warum sich das Weltraumteleskop Hubble vor mehr als zwei Wochen weitgehend abgeschaltet hat und seitdem nicht mehr hochfahren lässt. Inzwischen suche man nicht mehr in dem sogenannten Nutzlast-Computer, der Fehler liege wohl in der Einheit namens "Science Instrument Command and Data Handling" (SI C&DH), die den Teilcomputer enthält. Gegenwärtig werde überprüft, ob ein Defekt in dem für das Senden und Formatieren von Daten verantwortlichen Modul CU/SDF (Command Unit/Science Data Formatter) oder dem Netzteil die Probleme ausgelöst hat. Sollte das der Fall sein, wäre der Wechsel auf Backup-Technik "komplexer" und "riskanter" als bereits unternommene Schritte, erklärt die US-Weltraumagentur.

Das weltbekannte Weltraumteleskop hatte am 13. Juni selbstständig die Arbeit eingestellt, nachdem der Hauptcomputer von dem Nutzlastcomputer keine Daten mehr erhalten hatte. Dieser Teilcomputer ist für die Koordinierung der wissenschaftlichen Instrumente an Bord zuständig. Zuerst hatte man bei der NASA vermutet, dass ein altersschwaches Speichermodul für den Ausfall verantwortlich war. Ein Wechsel auf einen Ersatzspeicher hatte das Problem aber nicht behoben. Sollte nun tatsächlich ein Umschalten auf Backups der beiden jetzt verdächtigten Teile nötig werden, müssten wegen der Art, wie die angebunden sind, mehrere andere Hardware-Komponenten mit wechseln, beschreibt die NASA. 2008 sei schon einmal solch ein Wechsel nötig gewesen.

Die für den möglicherweise nötigen komplizierten Wechsel auf die Backup-Technik durchzuführenden Schritte, Befehle und anderen Details sollen nun eine Woche oder mehr geprüft und vorbereitet werden. Danach soll der Wechsel in einem Simulator durchgespielt werden. Ein schnelles Ende des Ausfalls ist also nicht in Sicht, wann mit einer Rückkehr des Teleskops zu rechnen ist, ist unklar. Hubble und alle wissenschaftlichen Instrumente an Bord seien aber weiterhin funktionsfähig und in einem sicheren Zustand, versichert die US-Weltraumagentur. Das gemeinsam von der NASA und ESA verantwortete Instrument ist seit 1990 in Betrieb und hat mit unzähligen Aufnahmen von Sternen, Galaxien und etlichem unser Bild vom Universum grundlegend verändert und geprägt. Zuletzt zeigte sich aber wiederholt sein hohes Alter.

Weltraumteleskop Hubble (105 Bilder)

Der Affenkopfnebel im Orion
(Bild: ESA/Hubble)

(mho)