Als nächstes mit Crew? – Erfolgreicher Weltraumflug bei Blue Origin

"Bald" will Blue Origin Menschen ins Weltall schießen. Im jüngsten Test durften die ersten beiden schon mal Platz nehmen, mussten aber vor dem Start aussteigen.

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Noch schwebt die Raumkapsel von Blue Origin ohne Menschen an Bord zur Erde.

(Bild: Blue Origin)

Von
  • Martin Holland

Das US-Raumfahrtunternehmen Blue Origin hat bei einem weiteren Test seiner Weltraumkapsel nun auch einen Astronauten und eine Astronautin einbezogen. Bei dem Flug ins All waren die beiden aber nicht an Bord, sie setzten sich lediglich vor dem Start und nach der Landung in die Kapsel, um testweise verschiedene Prozeduren durchzugehen.

Der erfolgreiche Test sei ein weiterer Schritt auf dem Weg zu bemannten Flügen, erkläre das Unternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Wann der erste erfolgen könnte, teilte es aber nicht mit. Die Rede war lediglich von bald. CNBC hatte schon im Januar berichtet, dass es beim nun folgenden Start soweit sein könnte.

Schon einmal Platz genommen, aber vor dem Start ging es wieder raus.

(Bild: Blue Origin)

Blue Origin testet bereits seit 2015 jene Raketen und Kapseln, die nun bald Weltraumtouristen über die international definierte Grenze des Weltraums hinaus schießen sollen. Passagiere und Passagierinnen sollen dort für mehrere Minuten Schwerelosigkeit erleben und aus großen Fenstern auf die Kugelform der Erde herabblicken können. Insgesamt ist Platz für sechs Personen, eine Crew wird es auf den Flügen nicht geben. An einem Fallschirm sinkt die Kapsel dann wieder zu Erde und soll immer wiederverwendet werden. Ein Ticket für solch einen Flug soll mindestens 200.000 US-Dollar kosten, hatte es schon 2018 geheißen.

Der nun geglückte jüngste Testflug war "NS-15", also der fünfzehnte seit Aufnahme der Probeflüge, die fast komplett ohne Fehlschläge ausgekommen sind. Lediglich beim Erstflug Anfang 2015 wurde die Rakete zerstört, die Kapsel landete aber auch damals sicher. Nach dem erfolgreichen Testflug NS-15 könnte der erste bemannte Start nun folgen und wenn dabei alles gut geht, eine Ära des vergleichsweise breiten Weltraumtourismus beginnen. Blue Origin ist nicht das einzige Unternehmen, das damit Geld verdienen will, aber nach erneuten Rückschlägen beim Konkurrenten Virgin Galactic wohl jenes, das zumindest bei diesen vergleichsweise günstigen Flügen am weitesten ist. SpaceX von Elon Musk will zwar schon bald auch Touristen ins All fliegen, aber zu ganz anderen Preisen und für viel länger.

Der Dummy "Mannequin Skywalker" kann die Aussicht schon genießen.

(Bild: Blue Origin)

(mho)