Weltraumtourismus: Russland verkauft Flüge zur ISS inklusive Weltraumspaziergang

2023 sollen zwei private Raumfahrer zur ISS fliegen können, von denen einer einen Weltraumspaziergang durchführen soll. Es wäre der erste private überhaupt.

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Geflogen wird mit einer Sojus

(Bild: RKK Energia)

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Auch Russland will einen Anteil an einem möglichen Markt für Weltraumtourismus haben und hat nun für einen Interessenten ein ganz besonderes Angebot: 2023 sollen auf einem kurzen Flug zwei private Raumfahrer oder Raumfahrerinnen zur Internationalen Raumstation gebracht werden, wo einer von beiden dann auch einen Weltraumspaziergang durchführen kann. Es wäre das erste Mal überhaupt, dass ein Weltraumtourist das Raumfahrzeug verlässt und den offenen Weltraum erleben könnte. Wieviel der Flug kosten soll, wurde nicht bekannt gemacht.

Für den geplanten Flug hat der russische Raumfahrtkonzern RKK Energia nun einen Vertrag mit dem US-Unternehmen Space Adventures geschlossen. Das Unternehmen hatte 2001 mit Dennis Tito den ersten Weltraumtouristen überhaupt ins All gebracht, ihm folgten bis 2009 Mark Shuttleworth, Gregory Olsen, Anousheh Ansari, Richard Garriott, Charles Simonyi und Guy Laliberte. Ermöglicht hatte die Flüge auch damals die russische Raumfahrtagentur Roskosmos, die nun an diese Tradition anknüpfen will. Auch die beiden Weltraumtouristen, die nun in drei Jahren zur ISS fliegen sollen, sollen dort ins russische Segment. Der Weltraumspaziergang soll von einem Kosmonauten beziehungsweise einer Kosmonautin begleitet werden.

Potenzielle Weltraumtouristen haben damit nun ein weiteres Angebot, aus dem sie auswählen können. Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX will schon 2021 drei Weltraumtouristen zur ISS schicken, wo sie mindestens acht Tage bleiben sollen. Gemeinsam mit Space Adventures will der Konzern außerdem vier Touristen so hoch ins All schicken, wie kein Astronaut seit dem Apollo-Programm mehr war. Schließlich soll der japanische Milliardär Yusaki Maezawa zum Mond fliegen. Wie groß der Markt für solchen Weltraumtourismus aber überhaupt ist, ist angesichts der zu erwartenden Preise noch völlig unklar. Weitere US-Unternehmen wollen private Raumfahrer außerdem knapp über die Grenze des Weltraums fliegen.

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(mho)