Weniger Geld für Elektroautos: Treibhausgasminderungs-Quote sinkt 2023

Ökostrom hat einen geringeren Anteil bei der Stromproduktion als prognostiziert. Damit sinkt im kommenden Jahr auch die THG-Quote. Offen ist, um wie viel.

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Renault Megane E-Tech

Wie viel der Besitzer tatsächlich ausgezahlt bekommt, hängt von Auto und Anbieter ab.

(Bild: Schwarzer)

Von
  • Martin Franz

Für Besitzer von Elektroautos ist die Vermarktung von CO₂-Zertifikaten eine feine Sache, bedeutet sie doch stressfrei ein paar Hundert Euro zusätzlicher Einnahmen im Jahr. Vereinfacht ausgedrückt funktioniert das System so: Basierend auf dem CO₂-Eintrag im Strommix wird errechnet, inwieweit die Umwelt davon profitiert, wenn statt eines Verbrenners ein Elektroauto genutzt wird. Wer überdurchschnittlich viel CO₂ in die Luft entlässt, zahlt in den Topf, wer darunter bleibt, bekommt das Geld anteilig ausgezahlt. Eine klassische steuerliche Lenkungswirkung also, die die Nutzung von Techniken fördern soll, die unsere Umwelt möglichst wenig belasten.

Das Umweltbundesamt hat den Wert der durchschnittlichen Treibhausgasemissionen pro Energieeinheit der Stromerzeugung in Deutschland für das kommende Jahr auf 135 Kilogramm Kohlenstoffdioxid-Äquivalent pro Gigajoule festgelegt. 2022 lag dieser Wert bei 119 kg/GJ. Anders ausgedrückt: Der durchschnittliche CO₂-Eintrag je erzeugter Kilowattstunde Strom ist gestiegen. Erneuerbare Energiequellen drücken diesen Wert drastisch. Das Umweltbundesamt geht für 2023 von folgenden Kohlenstoffdioxid-Äquivalenten pro Gigajoule (GJ) aus:

2,7 kg/GJ für Windenergie offshore

4,9 kg/GJ für Windenergie onshore

15,7 kg/GJ für Photovoltaik

Da diese inzwischen einen erheblichen Anteil an der Stromerzeugung hierzulande haben, lässt sich erahnen, welche Kohlenstoffdioxid-Äquivalente die Stromproduktion aus Kohle hinterlässt, um im Schnitt auf einen Wert von 135 kg/GJ zu kommen.

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All das hat direkte Auswirkungen auf die Treibhausgas-Minderungs-Quote, von der Besitzer eines E-Autos profitieren. Das Elektroauto trägt zwar weiterhin dazu bei, den CO₂-Ausstoß insgesamt zu senken, doch der Vorteil gegenüber einem Verbrenner ist etwas kleiner geworden. Das wird über eine Reduzierung der THG-Quote (Treibhausgasminderungs-Quote) sichtbar.

Um wie viel die THG-Prämie im kommenden Jahr geringer ausfallen wird als in diesem, steht noch nicht fest. Denkbar wäre folgende Rechnung: Die Kohlenstoffdioxid-Äquivalente pro Gigajoule sind um gut 13,4 Prozent gestiegen. Sinkt der Auszahlungsbetrag prozentual um den gleichen Wert, wäre es beispielsweise statt 350 Euro in diesem Jahr im kommenden nur noch 303.

(mfz)