Weniger neue Stellen: Meta macht Apple mitverantwortlich

Facebook macht aufgrund des neuen Trackingschutzes in iOS weniger Umsatz und passt in diesem Jahr seine Neumitarbeiterzahl an.

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(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Die Meta Platforms, Incorporated, vormals Facebook, will weniger Jobs schaffen als ursprünglich in diesem Jahr geplant. Das kündigte der Chief Financial Officer (CFO) des Social-Media-Riesen, David Wehner, in einer E-Mail an die Mitarbeiter an. In dem internen Schreiben, das bereits in der vergangenen Woche verschickt wurde, leakte und jetzt dem Wirtschaftsnachrichtendienst Business Insider vorliegt, heißt es, für das restliche 2022 sei ein Einstellungsstopp geplant, der "fast jedes Team in der Firma" betreffe. Als Begründung schrieb der CFO, man habe mit "geschäftlichen Herausforderungen" zu kämpfen – womit er insbesondere Apples seit letztem Jahr aktivierte Datenschutzfunktion App Tracking Transparency (ATT) meint.

Facebook und jetzt Meta hatten sich seit langem über ATT beklagt – zuletzt hieß es, dass dadurch allein in diesem Jahr Umsatzeinbußen in Höhe von rund 13 Millionen US-Dollar auftreten könnten. Das hat nun direkte Auswirkungen auf die Planungen des Konzerns. Wehner kleidete den faktischen Einstellungsstopp in gute Worte: "[Dies] wird eine Chance sein, die Arbeit neu zu priorisieren, um sicherzustellen, dass wir uns auf die wichtigsten Dinge konzentrieren." Man sei aber optimistisch, dass trotz der problematischen letzten Quartale eine positive Zukunft bevorsteht.

Dabei soll dem Unternehmen seine KI-Abteilung helfen, die eine Lösung finden soll, die Verluste durch ATT auszugleichen. Die Technik, die das Tracking über Apps hinweg unterbinden soll, wenn der Kunde das so möchte, sorgt dafür, dass Facebook weniger genaue Reklame verkaufen kann – die ist dann auch für die Werbetreibenden günstiger.

Neben einer verbesserten Trackingtechnik, die Apples ATT am besten so umgehen soll, dass Apple Meta gegenüber nicht weiter einschränkend vorgehen kann, setzt der Konzern auf weitere Maßnahmen. Dazu zählt E-Commerce auf der eigenen Plattform, um Provisionen und auf den eigenen Service begrenzte Reklameumsätze zu generieren. Außerdem darf Meta in seinem eigenen, sehr großen App-Universum weiter beliebig tracken. Werden Nutzer auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder WhatsApp gehalten, kann der Konzern die eigenen, gigantischen Datenmengen weiterverwenden.

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Wehner zufolge leidet Meta nicht nur an Apples ATT, sondern auch an den makroökonomischen Umständen. Dazu gehört der Krieg in der Ukraine, der Werbebudgets auch im West schrumpfen lässt, sowie der Rückzug aus dem russischen Markt, den viele Firmen vollziehen. Zuletzt wurde Meta in dem Land als "extremistische Organisation" klassifiziert, was direkte Auswirkungen auf die Nutzung seiner Dienste hat. Instagram gehörte vor dem Krieg zu den beliebtesten Angeboten in der Russischen Föderation.

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(bsc)