Wenn die User Trauer tragen: Zum Tode von Douglas Adams vor 20 Jahren

Auf den Tag genau vor 20 Jahren starb Douglas Adams. Einen Tag später erschien der allererste Nachruf auf heise online und das Forum füllte sich mit Trauer.

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Adams' Grab

(Bild: Mike Stuchbery, CC BY-SA 3.0)

Von
  • Detlef Borchers

Vor 20 Jahren meldete heise online, dass der Schriftsteller Douglas gestorben ist. Aus der kleinen Meldung entwickelte sich allein durch die Kommentare vieler ho-Leser ein Forum, in dem die Online-Menschen ihre Trauer höchst unterschiedlich, aber sehr bewegt zum Ausdruck brachten. Es war der erste Nachruf, der in dem noch jungen Newsticker erschien. Er wurde gespeichert und später der Tochter Polly Jane Rocket Adams geschickt.

Am Samstag, dem 12. Mai 2001 erreichte mich in aller Herrgottsfrühe eine Mail von Kai Krause. Erschüttert schrieb er mir aus Kalifornien, dass Douglas Noel Adams auf dem Hometrainer gestorben ist. Das war auch für mich ein ziemlicher Schock. Ich hatte "DNA" 1997 auf der Multimediamesse Milia in Cannes kennengelernt, auf der er und Terry Jones* Verbündete für ihr Multimedia-Projekt Starship Titanic suchten. An einem Messeabend gab Kai Krause ein großes Gelage mit viel Rotwein.

42!

Über DNAs Tod schrieb ich vor 20 Jahren eine kurze Nachricht für den Newsticker und fuhr los, meine Jungs hatten beide Auswärtsspiele. Als ich zurückkam, stand die Meldung online – und hatte bereits über 100 bewegte Kommentare, in denen um Douglas Noel Adams getrauert wurde. Allerdings gab es auch Zweifler, die meinten, dass DNA wie Hotblack Desiato nur aus steuerlichen Gründen tot sei.

Es war der erste Nachruf, der auf heise online erschien. Bis das Forum auf read-only gesetzt wurde, trudelten über 850 Kommentare rein. Die meisten bedankten sich bei dem Autor, der mit seinen Geschichten den Nerds in aller Welt buchstäblich das Leben gerettet hatte. Einige riefen zu einem Leichenschmaus im Restaurant am Ende des Universums auf, andere tranken einen dunklen Fünfuhrtee oder öffneten einen Flasche Penfolds Bin. Der enorme Zuspruch an einem Wochenende konnte nur die verwundern, die nicht wussten, wie viele Server im Internet von damals Beeblebroxx, Zaphod, Marvin oder Trilian hießen.

Selbst aus dem erwähnten Restaurant traf ein Bericht ein, natürlich geschrieben von Twister: "Und es ward geschrieben der 12. Mai 2001, an dem ein im Allgemeinen als tot bezeichneter Mann, der auf den vermeintlich harmlosen Namen "Douglas Adams" hoerte, sich an einen Restaurant-Tisch setzte und einen Donnergurgler orderte. Er bestellte noch einen Blutwein dazu und las dann auf seinem kleinen Laptop die Meldungen und Postings, die seinen "Tod" auf diesem groeßtenteils harmlosen Planeten namens Erde begleiteten. Dann hob er sein Glas, wedelte einmal mit seiner dritten Hand um Neues zu bestellen und grinste - selbst eine Todesnachricht fuehrte noch zu einem Flamewar. Er war zufrieden und nahm einen großen Schluck. Vielleicht wuerde er sich bei seinem naechsten Besuch wieder Elvis nennen...aber ob er wieder 49 Jahre durchhielt?"

Später erinnerte Kai Krause mit einem bezaubernden Blog-Beitrag an seinen Freund Douglas Adams. Denn die Erinnerungen an einen großen Autor und weisen Menschen bleiben wach. Zum virtuellen 60. Geburtstag im Jahre 2012 organisierte die Sängerin Margo Buchanan, eine frühe Freundin von DNA, eine Geburtstagsfeier, auf der zum Schluss sein Lieblingslied gespielt wurde: "A Whiter Shade Of Pale" – She said, 'There is no reason' And the truth is plain to see....

(mho)