Werkstattberichte: Neues aus den Fablabs und der Makerszene

Maker sein ist oft ein Hobby, aber was, wenn das Hobby zu mehr wird? Wie kann eine Synergie von Industrie, Bildung, Regierung und Making aussehen?

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(Bild: eyetracktive.org/Match my Maker)

Von
  • Carsten Wartmann

In Makerinnen und Makern schlummern vielfältige Talente und Ideen, Makerspaces und Fablabs suchen nach "Kunden" und Mitgliedern, aber auch nach Finanzierungsmöglichkeiten und nach neuen Ideen, ihre Arbeit in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zwischen Maker:innen, der Industrie, Fablabs, Bildungseinrichtungen, Regierungen und Makerinitiativen entwickeln sich zarte Bande, auch die breite Öffentlichkeit bekommt mehr Einblicke in die Szene. Aber wie nachhaltig ist dies, nachdem die Förderung ausgelaufen oder der TV-Bericht im Archiv ist? Hier müssen sich noch Netzwerke etablieren, in denen sich die Kompetenzen der einzelnen Partner entwickeln und ausformen können.

Auch wir vom Make Magazin versuchen diese Netzwerke zu stärken und in die Öffentlichkeit zu rücken. Hinweise und Ideen gerne an unsere Redaktion, wir freuen uns auf Post!

Wenn das dritte Mikroprozessor-Board ausprobiert ist, suchen sich viele Maker:innen eine neue Herausforderung. Kann man das eigne Heim energiesparender und bequemer machen? Ein Garagentoröffner? Dies mag den PAF (Partners Acceptance Factor) des eigenen Bastelns stark erhöhen, ist doch aber eher Luxus. Einem Menschen mit Handicap oder Behinderung eine Tätigkeit zu erleichtern oder gar zu ermöglichen, lohnt mit tiefer Dankbarkeit und einem guten Gefühl. Aber wie kommt man in Kontakt mit Menschen, die diese Hilfe benötigen? Hier gibt es Berührungsängste, wie ich meine, von beiden Seiten. Denn sowohl für ein Hilfsangebot als auch der Frage nach Hilfe muss man sich überwinden, aus der Angst heraus, falsch verstanden zu werden oder sich selbst einzugestehen, dass man etwas nicht ohne Hilfe schafft.

(Bild: matchmymaker.de)

Hier sucht die MatchMyMaker-Initiative Lösungen, um Maker und Menschen mit Beeinträchtigungen zusammenzuführen. Es geht dabei nicht darum, den Maker als Auftragsfertiger zu gewinnen, sondern um eine Zusammenarbeit, die im Team das optimale Ergebnis erzielt. Im Gegensatz zu Hilfsmitteln von der Stange sind die Lösungen individuell und sehr persönlich, genauso wie sich eine sehr persönliche Verbindung zwischen den Teammitgliedern entwickeln kann.

MatchMyMaker organisiert auch die Open Health HACKademy, die Anfang August in ihre 5. Runde geht. MatchMyMaker ist ein Projekt des Berliner Vereins be able, der sich mit Design für mehr Empowerment und Inklusion einsetzt. be able entwickelt Bildungsformate und führt Projekte durch, die gesellschaftliche Teilhabe fördern. Dabei werden soziale und kreative Kompetenzen vermittelt und Begegnungsräume gestaltet, um Inklusion durch mehr Selbstbestimmung und gegenseitiges Verständnis zu stärken. Als Non-Profit-Organisation realisiert be able deutschlandweit Projekte mit Kooperationspartnern und einem Netzwerk aus Designer:innen, Design Thinking Coaches und anderen Kompetenzträger:innen.

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Eine weitere Initiative, bei der die "Betroffenen", in diesem Fall Schüler:innen, die Entwicklung und ihre eigene Ausbildung selbst in Bahnen lenken können, ist die Initiative Make Your School.

Hackdays von Make Your School sind Veranstaltungen, die an Schulen deutschlandweit stattfinden. Zwei bis drei Tage überlegen sich Schüler:innen, wie sie ihre Schule mithilfe digitaler und technischer Lösungen noch besser machen können. In Teams tüfteln sie an der Umsetzung ihrer Idee. Dafür bekommen die Schulen Materialien (z.B. Mikrocontroller, Werkzeug oder Sensor-Kits) zur Verfügung gestellt und werden in der Planung und Umsetzung der Hackdays durch das Projektteam aus freiwilligen unterstützt. Neben möglichen Verbesserungen für die Schule insgesamt werden Fähigkeiten und Verfahren erlernt, die im späteren Leben sehr nützlich sein können.

(Bild: makeyourschool.de)

Das Konzept ist beliebt und erfolgreich, leider können aktuell keine weiteren Schulen aufgenommen werden, denn es sind in ganz Deutschland regionale Make-Your-School-Netzwerke nötig, um die Veranstaltungen zu betreuen. Jedes dieser Netzwerke wird von einem sogenannten Netzwerkhub gesteuert. Das sind Partner, die jeweils vier bis sechs Hackdays (oder aktuell Remote-Hackdays) an Schulen in ihrer Region koordinieren und betreuen. Leider wächst das Betreuungs-Netzwerk nicht so schnell wie der Wunsch der Schulen, an dem Projekt teilzunehmen.

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Diese und weitere Termine stehen laufend aktualisiert in unserem Veranstaltungskalender. Dort könnt ihr auch eigene Termine eintragen. Orte zum Selbermachen in Eurer Nähe findet ihr in unserer Makerspace-Karte – dort sind auch die kommenden Maker Faires verzeichnet. Haben wir etwas übersehen? Dann freuen wir uns über Hinweise. (caw)