Wettbewerbshürden bei Handybrowsern, Cloud-Spielen? UK untersucht Apple & Google

Ist der iPhone-Browser unterentwickelt? Sind die Engines von Google und Apple zu dominant? Behindert Apple Cloud Gaming? Oder dient das dem Verbraucherschutz?

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Handy mit Googles Play Store, Handy mit Apples Apples App Store

(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Apple und Google müssen sich einer tiefgehenden Untersuchung durch die britische Wettbewerbsbehörde CMA (Competition and Markets Authority) stellen. In den nächsten eineinhalb Jahren wird sie untersuchen, welche Auswirkungen das Duopol der beiden Datenkonzerne bei mobilen Ökosystemen hat. Daran könnten sich Auflagen für die Apple und Google anschließen.

Das teilt die CMA mit. Die Untersuchung ist Ausfluss einer Marktuntersuchung der CMA. Die CMA hat herausgefunden, dass 2021 97 Prozent der mobilen Browsernutzung im Vereinigten Königreich über Browser lief, die entweder auf WebKit (Apple) oder Blink (Google) als Engine setzen.

Außerdem hat die Behörde festgestellt, dass Apple durch seine strengen App-Store-Vorschriften die Verbreitung von Cloud Gaming behindert. Beim Cloud Gaming werden Spiele gestreamt anstatt heruntergeladen und auf dem Endgerät installiert werden zu müssen. Damit kann der App-Store-Betreiber aber weder die Inhalte vorab zensieren, noch kann er durchsetzen, einen Anteil an allen innerhalb des Spieles gemachten Umsätze zu erhalten. "Spiele sind eine wichtige Umsatzquelle für Apple, und Cloud Gaming könnte eine echte Bedrohung für Apples Macht bei der App-Distribution sein", schrieb die CMA schon im Juni. Apple behindere das Wachstum von Cloud Gaming, womöglich zum Nachteil britischer Verbraucher.

Bereits im Juni hat die britische Behörde ventiliert, dass sie Apple und Google hinsichtlich mobiler Browser und Cloud Gaming prüfen möchte. Diesen Vorschlag hat sie einer öffentlichen Konsultation unterzogen, deren Ergebnisse sie am Dienstag veröffentlicht hat. Apple und Google haben dabei den Standpunkt vertreten, dass die Einschränkungen dem Schutz der Nutzer diene.

Browserhersteller, Webprogrammierer und Cloud-Gaming-Provider hingegen unterstützen eine Untersuchung. Sie beklagen Geschäftsschädigung, verhinderte Innovation und unnötige Kosten durch die gegebenen Beschränkungen. Besondere Kritik üben Webprogrammierer an Apples Browserengine Webkit. Sie werfen dem Konzern vor, unzureichend in deren Weiterentwicklung zu investieren.

Webkit habe zu viele Bugs, weshalb oft eigene Apps entwickelt werden müssten, wo ansonsten einfache Webseiten ausreichen würden. Das sei frustrierend und teuer, was wiederum das Angebot beschränke – zum Nachteil britischer Verbraucher.

Bestätigt die tiefgehende Untersuchung diese Vorbringen und Verdachtsmomente, kann die CMA Auflagen über Apple und Google verhängen, die von besserer Information über Vorschriften für den Vertrieb bis zum Zwang, sich von bestimmten Unternehmensteilen zu trennen, reichen können. Außerdem kann die Behörde dem Gesetzgeber und anderen Regulierungsbehörden Vorschläge unterbreiten.

In Vorbereitung ist ein Gesetz, das der CMA eine neue Digital Markets Unit mit zusätzlichen Kompetenzen bringen soll. Damit könnte die CMA laufend digitale Märkte überwachen, Auflagen durchsetzen und anpassen. Bis das Gesetz in Kraft ist, setzt die CMA weiterhin auf Einzelmaßnahmen, wie sie hier kommen könnten.

(ds)