Wie lange ist eine FFP2-Maske verwendbar?

Eine Untersuchung von 15 Maskenmodellen zeigt meist gute Filterleistungen auch nach 22-stündiger Gebrauchszeit. Nur ein Ausreißer enttäuscht.

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(Bild: Silke / Unsplash)

Von
  • Jan Oliver Löfken

Neue SARS-CoV-2-Varianten wandeln nicht nur Infektiösität des Virus, auch die Verbreitung der Maskentypen im öffentlichen Alltag ist betroffen. So verdrängt die Omikron-Variante die gefächerte, leichte OP-Maske zugunsten der besser schützenden, aber auch teureren FFP2-Maske. Wie die OP-Maske ist diese klar als Einwegprodukt konzipiert. Doch sehr oft wird die Maske mehrmals, teils sogar über mehrere Tage getragen. Daher untersuchten nun Hamid Azizi und Christian Schwarzbauer von der Hochschule München die Wiederverwendbarkeit von FFP2-Masken. Zentrale Aspekte waren dabei Filterleistung und Atemwiderstand.

Die beiden Forscher wählten für ihre Reihenuntersuchung 15 in Deutschland erhältliche FFP2-Maskenmodelle – gekauft bei Discountern, in Drogoriemärkten oder im Online-Versand (Auflistung siehe Tabelle unten). Für die Gebrauchsversuche wählten die Forscher keine Probanden aus, sondern konstruierten einen speziellen Beatmungssimulator für eine bessere Vergleichbarkeit der Versuche. Dieser Simulator stellte eine regelmäßige Atmung bei einer leichten körperlichen Arbeit nach. Dabei wurden sowohl die Strömung der Atemluft als auch die Befeuchtung des Atems möglichst realitätsnah nachgeahmt. Jeder Maskentyp wurde 22 Stunden lang vom Kopfmodell des Simulators "getragen". Zusätzlich legten die Forscher die Masken zur "Dekontamination" nach zwölf Stunden und am Ende der Simulation für je eine Stunde in einen trockenen Backofen bei 80 Grad Celsius.

Liste der untersuchten Maskenmodelle.

(Bild: Azizi/Schwarzbauer)

Vor und nach der Gebrauchssimulation bestimmten die Forscher in Zusammenarbeit mit dem Prüflabor ift Rosenheim Filterleistung und Atemwiderstand aller Maskentypen. Neue Masken erfüllten bis auf einen Ausreißer (Marke "Mea Vita") die Norm von sechs Prozent Durchlassgrad für FFP2-Masken (DIN EN 149:2009-08). Zwölf Typen zeigten sogar einen Durchlassgrad von weniger als einem Prozent, was den Anforderungen von FFP3-Masken entspricht. Ebenfalls hielten 14 von 15 Masken die maximal zulässigen Atemwiderstand bei 30, 95 oder 160 Liter Atemluft pro Minute ein.

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Auch nach der fast eintägigen Belastungsprobe konnten die meisten Maskentypen überzeugen. Bei acht Modellen ergab sich eine etwas verschlechterte Filterleistung, die jedoch durchweg deutlich unter dem Grenzwert des Durchlassgrads von 6 Prozent lag. Nur das Ausreißer-Modell riss weiterhin den Grenzwert, diesmal sogar mit einem Durchlassgrad von mehr als zwölf Prozent (siehe Abbildung unten). Der Atemwiderstand verringerte sich bei den meisten Masken nur etwas, so erfüllten sie weiterhin die Norm. Nur ein Maskentyp (Marke "Altapharma") lag vor und nach der Simulation etwas über dem zulässigen Grenzwert für den Atemwiderstand.

Vergleich des Durchlassgrads im fabrikneuen Zustand (Mittelwert ± Standardabweichung) und nach der Gebrauchssimulation.

(Bild: Azizi/Schwarzbauer)

Für das alltägliche Maskentragen ist eine gute Filterleistung mit einem niedrigen Durchlassgrad bei gleichzeitig niedrigem Atemwiderstand wünschenswert. Dieses Kriterium wurde am besten von einer Maske (Marke "3M Aura 9320") erfüllt. Doch auch die anderen 13 Modelle dienten ihrem Zweck sehr gut. So zeigt diese kleine Reihenuntersuchung, dass die meisten Maskentypen auch nach einer 22-stündigen Nutzung gut schützen können – eine regelmäßige Dekontamination in heißer, trockener Ofenluft und das korrekte Tragen der Maske vorausgesetzt.

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Nun entscheide jeder Mensch selbst, ob er mindestens einmal täglich eine neue FFP2-Maske nutzt oder eine getragene Maske abends im Ofen dekontaminiert. Dabei müssen die Aspekte Müllvermeidung und Energieverbrauch abgewogen werden. Doch von einer längeren Tragzeit über 22 Stunden hinaus ist für das Einwegprodukt FFP2-Maske nach derzeitiger Datenlage abzuraten.

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(jle)