Wind löst Kohle in Deutschland als wichtigster Energieträger ab

Im vergangenen Jahr ging die Stromerzeugung insgesamt zurück. Konventionelle Energieträger hatten daran noch einen Anteil von 53 Prozent.

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(Bild: Deutsche Windguard)

Von
  • Andreas Wilkens

2020 wurden in Deutschland 502,6 Milliarden kWh Strom erzeugt und ins Stromnetz eingespeist. Das waren 5,9 Prozent weniger als im Jahr 2019, berichtet das Statistische Bundesamt. Der Rückgang sei zumindest teilweise auf den niedrigeren Strombedarf infolge des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 zurückzuführen.

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der im Inland erzeugten und eingespeisten Strommenge stieg von 42,3 Prozent im Jahr 2019 auf 47,0 Prozent im vorigen Jahr. Mit 25,6 Prozent hatte mit der Windkraft erstmals ein erneuerbarer Energieträger den höchsten Anteil an der in einem Jahr eingespeisten Strommenge und löste damit Kohle als wichtigsten Energieträger ab. Im Jahr 2020 wurden 5,4 Prozent mehr Strom aus Windkraft erzeugt als 2019, als der Anteil noch bei 22,8 Prozent gelegen hatte.

In der gesamten EU wurden 2020 erstmals in einem Jahr mehr Strom mit erneuerbaren Energien erzeugt als mit fossilen Energieträgern, ergab im Januar eine Analyse der Thinktanks Ember und Agora Energiewende.

In Deutschland sank die Stromeinspeisung aus konventionellen Energieträgern im Vergleich zum Vorjahr um 13,6 Prozent auf einen Anteil von 53 Prozent an der eingespeisten Strommenge. Kohlestrom wurde 21,5 Prozent weniger eingespeist und kam auf einen Anteil von 24,8 Prozent an der gesamten Strommenge. 2019 war Kohle mit einem Anteil von 29,8 Prozent noch der wichtigste Energieträger. Der Anteil des mit Atomkraft erzeugten Stroms ging 2020 um 14 Prozent zurück, er beträgt nun 12 Prozent.

Der vergleichsweise geringe Strombedarf während des Lockdowns im Frühjahr 2020 konnte nach Angaben des Statistischen Bundesamts größtenteils aus erneuerbaren Energien gedeckt werden; viele konventionelle Kraftwerke wurden zurückgefahren. Nur Erdgaskraftwerke, die im Vergleich zu anderen konventionellen Kraftwerken flexibler auf Schwankungen der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen reagieren können, verzeichneten 2020 einen leichten Anstieg um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die importierte Strommenge ist im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um 19,7 Prozent auf 40,1 Milliarden kWh gestiegen. Die exportierte Strommenge sank um 8,0 Prozent auf 67,0 Milliarden kWh. Insgesamt wurde weiterhin mehr Strom aus Deutschland exportiert als nach Deutschland importiert.

In der Statistik erfasst das Bundesamt alle Kraftwerke und Erzeugungsanlagen in Deutschland, die Strom in das Netz für die allgemeine Versorgung einspeisen. Nicht enthalten ist Strom, der in Industriekraftwerken erzeugt und direkt in den Industriebetrieben wieder verbraucht wird. Die im Inland erzeugte und ins Netz eingespeiste Strommenge ist nicht gleichzusetzen mit dem Stromverbrauch, da auf dem Weg zu den Verbrauchsstellen Netzverluste auftreten, auch muss das Saldo aus Stromimporten und -exporten berücksichtigt werden muss.

(anw)