Windows 10: Microsoft korrigiert Grafikprobleme nach fehlerhaften Updates

Die Updates KB5001330 & KB5001337 verursachten auf manchem System unter anderem Grafikprobleme bei Spielen. Redmond hat dies nun via "KIR"-Funktion korrigiert.

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(Bild: Anton Watman/Shutterstock.com)

Von
  • Günter Born

Nach Freigabe der Sicherheitsupdates KB5001330 und KB5001337 für Windows 10 vom 13. April 2021 hatten einige Nutzer des Betriebssystems von verschiedenen unerwünschten "Nebenwirkungen" berichtet. Insbesondere im Gamingbereich verursachten die Updates Performanceverluste mit ruckelnder Grafik bis hin zu Bluescreens und weiteren Fehlern. Auf einigen Rechnern hatten die Probleme gar schon seit März bestanden, sofern das (ebenfalls schon fehlerhafte) Preview-Update KB5000842 für Windows 10 V2004/20H2 vom 29. März installiert worden war.

Nachdem der Grafikkartenhersteller Nvidia zwischenzeitlich gar die Deinstallation der betreffenden Updates empfohlen hatte, hat Microsoft nun reagiert. Das Unternehmen bestätigte die Komplikationen, über die heise online vergangene Woche ausführlich berichtete, bestätigt – oder zumindest jene in Bezug auf den Spielebereich. Überdies gab es an, die Probleme mittlerweile mit Hilfe der Funktion "Known Issue Rollback" (KIR) aus der Ferne korrigiert zu haben, so dass es auf den urspünglich betroffenen Systemen nicht mehr auftreten sollte.

Die Fehlerbestätigung durch Microsoft im Statusbereich von Windows 10 Version 2004/20H2 erfolgte am vergangenen Freitag, dem 23. April. Redmond schrieb dort, dass eine kleine Untergruppe von Benutzern nach der Installation von KB5000842 (Preview Update für Windows 10 V2004/20H2 vom 29.3.) oder späteren Updates – gemeint sein dürften die auf dem Preview-Update fußenden KB5001330 und KB5001337 – eine geringere Leistung als erwartet in Spielen gemeldet habe.

Die meisten Benutzer, die von diesem Problem betroffen gewesen seien, führten laut Microsoft Spiele im Vollbildmodus oder im randlosen Fenstermodus aus und verwendeten zwei oder mehr Monitore. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass sowohl Clients mit Windows 10 Version 2004 und 20H2 als auch mit Windows Server Version 2004/20H2 als betroffen angegeben werden.

Die Funktion Known Issue Rollback (KIR), von der Microsoft nach eigenen Angaben im aktuellen Fall zur Remote-Fehlerkorrektur Gebrauch machte, war erst Anfang März 2021 in einem Techcommunity-Beitrag vorgestellt worden. Ursprünglich wurde KIR demnach für Prozesse im Benutzermodus entwickelt, um zur Laufzeit auftretende Probleme automatisch zu beheben. Im Laufe des Jahres 2020 haben die Microsoft-Entwickler dann schrittweise Verbesserungen am Betriebssystemkern und am Bootloader vorgenommen, um die KIR-Funktion im Kernelmodus zu unterstützen. Known Issue Rollback (KIR) steht erst ab Windows 10 Version 2004 zur vollständigen Nutzung zur Verfügung, da nur dort Updates so installiert werden, dass der vorherige Code eines Bug-Fixes erhalten bleibt und reaktiviert werden kann.

Mit Known Issue Rollback (KIR) hat Microsoft ein Instrument an der Hand, um Fehlfunktionen durch Bug-Fixes in Windows 10-Clients und den Server-Pendants gezielt auf einen vorherigen Zustand zurückzusetzen, wenn eine kritische Regression entdeckt wird. KIR kann von Microsoft, ohne aktiven Eingriff des Benutzers, automatisch angestoßen werden, solange die Systeme mit den Diensten für Windows Update oder Windows Update for Business kommunizieren können. Die betroffenen Windows 10-Clients werden dann binnen 24 Stunden auf den Zustand vor dem Ausrollen des fehlerhaften Fixes zurückversetzt. Microsoft schreibt, dass ein Neustart des Clients die Rollback-Funktion unter Umständen auch schon vor Abschluss dieser 24 Stunden einleiten kann.

Wichtig ist aber zu wissen, dass Microsoft Known Issue Rollback (KIR) nach eigenen Angaben nur bei Problemen anwendet, die durch nicht sicherheitsrelevante Korrektur-Updates verursacht werden. Konkret wird der Code für einen bestimmten Bugfix deaktiviert und nicht das gesamte Update zurückgerollt bzw. deinstalliert. Zudem steht die hier erwähnte automatische Korrektur durch KIR ausschließlich auf nicht verwalteten Windows 10-Systemen im Consumer-Bereich zur Verfügung. Das schließt auch kleine Firmen mit Einzel-Systemen ein. Im Unternehmensumfeld, wo Systeme mit Windows 10 Enterprise eingesetzt und die Updates etwa über WSUS, SCCM oder Intune verwaltet werden, kommen hingegen spezielle Gruppenrichtlinien zum Einsatz.

Das Rollback via KIR helfe offenbar nicht in allen Fällen gegen die aktuellen Grafikprobleme, heißt es übrigens in einigen Nutzerrückmeldungen. Worin die (sicherlich vielschichtigen) Gründe für diese Tatsache im Einzelnen liegen, bleibt offen; diesbezügliche Rückmeldungen und Diskussionen im Forum sind willkommen.

(ovw)