Windows 10: Update Mai 2021 (21H1) freigegeben

Microsoft hat das Frühjahrs-Update für Windows 10 freigegeben. Anwender können ihre Systeme nun auf Windows 10 Mai 2021 Update (Version 21H1) aktualisieren.

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(Bild: alexfan32 / Shutterstock.com)

Von
  • Günter Born

Microsoft hat Windows 10 Version 21H1, der offizielle Name lautet Mai 2021 Update, für die allgemeine Nutzung freigegeben, wie Microsoft in einem Blog-Beitrag mitteilt. Diese Version des Frühjahrs-Updates stand Teilnehmern des Windows Insider-Programms bereits seit dem Jahreswechsel für Tests zur Verfügung.

Nun stellt Microsoft die Version 21H1 von Windows 10 für alle Nutzer, auch außerhalb des Windows Insider Programms, bereit, drosselt zu Beginn die Auslieferung aber auf einen kleinen Kreis kompatibler Maschinen. In den kommenden Wochen soll dieser Kreis dann schrittweise ausgeweitet werden, um das Rollout bei Problemen jederzeit unterbrechen zu können. Gesteuert wird dieser Rollout durch maschinenlernende Algorithmen, die auf den erhobenen Telemetriedaten basieren. Bei Windows-Systemen mit bekannten Kompatibilitätsproblemen wird das Funktionsupdate auf die Version 21H1 daher erst angeboten, wenn diese Probleme beseitigt wurden und ein erfolgreicher Umstieg auf das neue Windows 10 gewährleistet ist.

Anwender bestehender Systeme mit Windows 10 Version 2004 oder 20H1, die an einem Test des neuesten Funktionsupdates interessiert sind, können eine Update-Suche anstoßen. Dazu ist die "Einstellungen"-Seite aufzurufen und dann über "Update & Sicherheit" zu "Windows Update" zu navigieren, um dort die Schaltfläche "Nach Updates" suchen auszuwählen. Ist die Maschine durch Microsoft als kompatibel eingestuft, wird das Funktionsupdate angezeigt. Dann lässt sich die Installation über den angezeigten Link "Herunterladen und installieren" anstoßen.

Seit geraumer Zeit versucht Microsoft bei der Bereitstellung von Funktionsupdates die möglichen Probleme klein zuhalten. Dazu wurden erstmals in Windows 10 Version 1903 sogenannte "kleine Funktions-Updates" eingeführt. Bei diesem Konzept werden die neuen Funktionen der Nachfolgeversion von Windows 10 bereits mit monatlichen Updates an die vorherige Betriebssystemversion ausgeliefert. Alle Windows-10-Versionen, die diese gemeinsamen Updates erhalten, sind dann Code-mäßig auf dem neuesten Stand, aber die Funktionen der Nachfolgeversionen werden noch nicht freigeschaltet. Erst wenn ein sogenanntes Enablement-Update-Paket über Windows Update ausgeliefert und installiert wird, erfolgt die Freischaltung der deaktivierten Funktionen und somit das Upgrade auf die neue Windows-10-Version.

Der Ansatz kam bisher bei Version 1903/1909 sowie 2004/20H2 zur Anwendung. Seit Längerem ist aber bekannt, dass auch Windows 10 21H1 die Updates der Versionen 2004 und 20H2 erhält. Sobald das Enablement Update KB5000736 per Windows Update (oder WSUS und andere in verwalteten Umgebungen) angeboten und installiert wird, erfolgt der Umstieg auf Windows 10 Version 21H1. Das hat den Vorteil, dass das Funktionsupdate nur wenige hundert Kilobyte groß ist und das Upgrade binnen kurzer Zeit installiert werden kann.

Nur für Windows-10-Systeme, die noch mit der Version 1909 oder älter ausgestattet sind, muss der Client das vollständige Funktionsupdate mit Gigabyte-Umfang von Microsofts Update Servern herunterladen und installieren. Für ältere Windows-10-Installationen rollte Microsoft im April 2021 zudem das sogenannte Vorbereitungs-Update KB4023057 erneut aus. Dieses Update soll Upgrade-Hürden und -Blockaden durch Benutzer auf Consumer-Systemen beseitigen. In verwalteten Unternehmensumgebungen werden diese Vorbereitungsupdates dagegen nicht bereitgestellt.

Mit der Freigabe des Funktions-Updates von Windows 10 Version 21H1 stellt Microsoft auch die ISO-Dateien der kompletten Installationsabbilder zum Download bereit. Visual-Studio-Abonnenten (früher MSDN-Abonnenten) können das Windows 10 Mai 2021 Update (21H2) in verschiedenen Varianten (Home, Pro, Enterprise, Education und IoT) als ISO-Datei aus dem Visual Studio Subscription-Center herunterladen.

Microsoft gibt zudem an, dass die Installationsabbilder auch im Volume Licensing Service Center (VLSC) bereitstehen. Rückmeldungen von Lesern an den Autor ergaben aber, dass dies zum Zeitpunkt, als der Beitrag verfasst wurde, noch nicht der Fall war.

Alle anderen Personen können sich von der Microsoft-Seite das Media Creation Tool (MTC) kostenfrei herunterladen. Liegt das MCT in der korrekten Version (MediaCreationTool21H1.exe) vor, kann es bei der Ausführung ein Installationsabbild von Windows 10 21H1 von Microsofts Servern herunterladen und dann als ISO-Datei speichern, auf DVD brennen (sofern die Kapazität des optischen Mediums noch ausreicht) oder auf einen USB-Installationsstick schreiben. Mithilfe dieser Medien lässt sich dann ein System booten und eine Neuinstallation von Windows 10 21H1 vornehmen.

Die ISO-Installationsabbilder ermöglichen zudem, die enthaltene Setup.exe unter einem bestehenden Windows 10 zu starten und dann das Funktions-Upgrade vorzunehmen. Dies sollte jedoch nur versucht werden, wenn sicher bekannt ist, dass die Zielmaschine mit dem neuen Windows-10-Build in Hard- und Software kompatibel ist.

Die Neuerungen, die mit Windows 10 21H1 eingeführt werden, bleiben aber überschaubar, denn Microsoft hat sich bei diesem Funktionsupdate, laut eigenen Aussagen, auf Verbesserungen bei der Sicherheit, dem Fernzugriff und die Qualität fokussiert. So können Anwender bei der neuen Windows-10-Version bei entsprechender Hardware-Ausstattung zwischen internen oder externen Windows-Hello-Kameras zur Benutzeranmeldung wählen.

Eher im Bereich der Unternehmensumgebungen sind die Leistungsverbesserungen beim Windows Defender Application Guard angesiedelt. Dies schließt auch die Optimierung der Zeiten für das Öffnen von Dokumenten-Szenarien ein. Weiterhin verspricht Microsoft Leistungsverbesserung bei der Aktualisierung des Windows Management Instrumentation (WMI) Group Policy Service (GPSVC) zur Unterstützung von Remote-Arbeitsszenarien. Zu beiden Bereichen werden im Microsoft Blog-Beitrag aber keine weiteren Details offengelegt.

Entfernt wurde in dem neuen Windows-10-Build dagegen die Funktion zur Synchronisierung des Designs. Bei einer Neuinstallation könnte dann ein benutzerspezifisch gesetztes Hintergrundbild oder eine Design-Anpassung fehlen. Als veraltet (deprecated) stuft Microsoft bei der 21H1 auch das WMIC-Tool ein, und ersetzt dieses durch PowerShell Cmdlets für WMI.

In diesem Techcommunity-Beitrag hat Microsoft zudem die Freigabe der finalen Security Baseline für Windows 10 Version 21H1 bekannt gegeben und auch einen Download-Link zum Microsoft Security Compliance Toolkit veröffentlicht. Mit der Security Baseline werden für die betreffende Windows-10-Version angepasste Gruppenrichtlinien für die Sicherheit in Unternehmensumgebungen bereitgestellt.

Hinweise auf Probleme sowie weitere Informationen will Microsoft auf der Windows-10-Statusseite veröffentlichen. Dort findet sich aktuell beispielsweise auch die Information, dass das Frühjahrs-Update nach 18 Monaten, also am 13. Dezember 2022, bereits wieder aus dem Support fällt, also danach keine weiteren Updates mehr enthält. Im Known-Issues-Bereich ist nun auch das von heise online beschriebene Audio-Problem bestätigt worden.

(olb)