Windows 10: Verteilung neuer Funktionen per "Feature Experience Pack" im Test

Microsoft testet derzeit mit Windows-Insidern eine neue Art der Update-Verteilung, deren Ausweitung auf normale Nutzer einen Paradigmenwechsel bedeuten würde.

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(Bild: Anton Watman/Shutterstock.com)

Von
  • Günter Born

Seit kurzem steht das so genannte Windows Feature Experience Pack 120.2212.1070.0 für Windows Insider im Beta Channel zum Test bereit. Es handelt sich hier um eine Art Update-Paket, dessen Inhalte für sich betrachtet eher unspektakulär sind. Das eigentlich Neue und Spannende ist die Idee der Feature Experience Packs an sich: Sie sollen den Microsoft-Entwicklern künftig die Möglichkeit geben, neue Funktionen bei Bedarf entkoppelt von den halbjährlichen Feature-Updates und damit schneller an die Nutzer zu verteilen.

Wie einer Ankündigung im Windows-Blog zu entnehmen ist, eignet sich das neue Konzept für Features, die unabhängig vom Betriebssystemkern entwickelt werden. Bislang treffe dies nur auf eine geringe Zahl von Features zu, was sich künftig aber möglicherweise ändern solle.

Das erklärt auch den überschaubaren Umfang des ersten Packs: Es ermöglicht, Screenshots, die mit der Tastenkombination Windows + Umschalt+ S ("Snipping Tool") angefertigt wurden, auf einfache Weise direkt in einem beliebigen Ordner zu speichern. Zudem soll bei 2-in-1-Geräten bei der Anzeige im Hochformat eine geteilte Bildschirmtastatur unterstützt werden.

Voraussetzung zum Testen des Windows Feature Experience Packs 120.2212.1070.0 ist ein installiertes Windows 10 20H2 Build 19042.662 (Freigabe zum 23. November 2020). Suche, Download und Installation bewerkstelligen Insider im Beta-Channel über die Update-Suche in Windows Update. Nach einem Neustart sollten die Features dann verfügbar sein.

Seit 2015, als Windows 10 Version 1507 freigegeben wurde, galt die Regel, dass Neuerungen nur zwei Mal im Jahr über Funktionsupdates (Feature-Updates) ausgeliefert werden. Dabei tat sich Microsoft mitunter schwer, so dass die im Herbst freigegebenen Funktionsupdates 2019 und 2020 eigentlich nur noch wenige Neuerungen zur jeweiligen Frühjahrs-Build enthielten. Lediglich bei Apps aus Microsofts Store konnten die Entwickler die Updates losgelöst von jeglichen Funktionsupdate-Terminen planen und jederzeit Funktionsänderungen ausrollen.

Bereits vor einem Jahr gab es erste Gerüchte, dass Microsoft einen schnelleren Update-Zyklus für bestimmte Windows 10-Funktionen in Form von Feature Experience Packs plane. Einige Tester erhielten solche Feature Experience Packs, Details zur weiteren Planung blieb Redmond damals aber schuldig.

Falls sich das Konzept der Windows Feature Experience Packs im Zuge der aktuellen Tests bewähren sollte, will Microsoft es laut Ankündigung auch auf die "normalen" Nutzer ausweiten und die Veröffentlichungsfrequenz solcher Features erhöhen. Die Packs sollen dann, ähnlich wie die (auch weiterhin anstehenden) Funktionsupdates oder kumulative Monats-Updates, über Windows Update ausgeliefert werden. Eine Bereitstellung über den Store scheint derzeit, entgegen der Vermutungen einiger Beobachter, nicht geplant.

(ovw)