Windows 11: Patches helfen AMDs Ryzen-Prozessoren auf dem Papier

AMD stellt einen Chipsatztreiber bereit, Microsoft einen Windows-11-Patch. Die Ryzen-Prozessoren laufen allerdings immer noch nicht optimal.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 142 Beiträge

(Bild: Mark Mantel / heise online)

Von
  • Mark Mantel

AMDs Ryzen-Prozessoren sollen unter Windows 11 dank erster Updates besser laufen als noch zur Veröffentlichung des Betriebssystems. Microsoft verteilt das Windows-Update KB5006746 an alle Systeme, also nicht mehr nur an Mitglieder des Insider- oder Preview-Rings. Gleichzeitig bietet AMD den Chipsatztreiber 3.10.08.506 an, der manuell installiert werden muss.

Microsofts Windows-11-Update KB5006746 mildert Probleme mit dem Level-3-Cache aller Ryzen-CPUs, behebt diese aber noch nicht komplett. Verglichen mit Windows 11 läuft der Cache mit einer leicht erhöhten Latenz, allerdings nicht mehr so schlimm wie vor wenigen Tagen mit 40 ns und mehr. Untypischerweise schwanken die Messungen mit dem Benchmark-Tool von AIDA64 stark: Mal sind es mit Ryzen-5000-Modellen 11 ns, mal aber auch 16. Unter Windows 10 liegt die Latenz bei gut 10 ns.

Eine größere Baustellung ist der Schreib- und Kopierdurchsatz des L3-Puffers, der im Falle des 16-Kerners Ryzen 9 5950X teils immer noch bei weniger als 200 GByte/s liegt. Eigentlich sollte der Cache mit knapp 700 GByte schreiben und gut 900 GByte/s kopieren. Mit dem Sechskerner Ryzen 5 5600X haben wir auch einen verringerten Lesedurchsatz gemessen.

Performance Ryzen 9 5950X unter Windows 11 vs. Windows 10 (3 Bilder)

Windows 11 mit dem Update KB500674: Der Lesedurchsatz und die Latenz des L3-Cache bessern sich, insbesondere die Schreib- und Kopiergeschwindigkeit ist aber noch viel zu gering. (Bild: Denis Fröhlich / c't)

Der Chipsatztreiber 3.10.08.506 behebt derweil Probleme mit der Windows-API Collaborative Power and Performance Control 2 (CPPC2), mit deren Hilfe das Betriebssystem die schnellsten CPU-Kerne von Ryzen-Prozessoren erkennt. Folglich legt Windows 11 wichtige Threads wieder auf die Rechenkerne mit den höchsten Taktfrequenzen. Im Falle der 16- und 12-Kerner kann das einen Unterschied von mehreren Hundert MHz ausmachen, da AMD bei diesen Modellen üblicherweise zwei unterschiedlich taktfreudige CPU-Chiplets verwendet.

Die Verbesserungen schlagen allerdings nicht in 3D-Spielen durch. Im Gegenteil: Die Bildraten in den Action-Rollenspielen "Shadow of the Tomb Raider" und "Assassin's Creed Odyssey" sanken mit allen aktuellen Patches und Updates um rund 5 Prozent – verglichen mit Windows 11 ohne das Update und den Patch. Damit bleibt vorerst die Empfehlung erhalten, bei Windows 10 zu bleiben, wenn man den PC primär zum Spielen verwendet.

(mma)